Architektur

Das neue Besucherzentrum am Reichstag - Stimmen Sie ab!

187 Architekturbüros haben Entwürfe für das Besucherzentrum des Bundestags vorgelegt – Nennen Sie uns Ihren Favoriten!

Einer der Siegerentwürfe

Einer der Siegerentwürfe

Foto: Markus Bonauer, Michael Bölling, rw+ Gesellschaft von Architekten mbH mit capattistaubach Landschaftsarchitekten, Berlin

Die weißen Container auf der Wiese vor dem Reichstagsgebäude sollen schon bald der Vergangenheit angehören. Besucher, die für den Panoramablick aus der Reichstagskuppel in dem hässlichen Provisorium bislang die Sicherheitskontrolle über sich ergehen lassen mussten, sollen künftig in einem schicken Neubau abgefertigt werden.

Wie genau das Besucher- und Informationszentrum (BIZ) aussehen wird, ist noch nicht gänzlich entschieden. Denn die Wettbewerbsjury die unter 187 Arbeiten die Wahl hatte, kürte gleich zwei Siegerentwürfe. Der erste stammt von Markus Schietsch Architekten GmbH mit Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur & Städtebau GmbH. Der zweite vom Berliner Büro Markus Bonauer, Michael Bölling und rw+ Gesellschaft von Architekten mbH zusammen mit capattistaubach Landschaftsarchitekten. Nach welchem der beiden Entwürfe das neue Besucherzentrum gebaut wird, ist damit noch offen. Die Jury hat beiden Teams die weitere Überarbeitung ihrer Entwürfe empfohlen – und will erst danach entscheiden, welcher realisiert wird.

Wer sich selbst ein Bild davon machen will, ob die vom Preisgericht ausgewählten Favoriten auch die eigenen gewesen wären, hat dazu jetzt Gelegenheit: Noch bis Mittwoch sind sämtliche Wettbewerbsbeiträge in einer Ausstellung zu sehen. Und während die beiden prämierten Arbeiten sich auffällig ähneln – beide zeigen einen gläsernen Pavillon, dessen Dach von schlanken weiße Säulen getragen wird – haben andere Teams ganz unterschiedliche Vorschläge unterbreitet.

Allen gemein ist jedoch der Ort und die Größe, denn die hatte der Ältestenrat des Bundestages zuvor festgelegt. So soll das Besucherzentrum nicht auf der Wiese vor dem Reichstag, sondern südlich der Scheidemannstraße, am Rande des Tiergartens, errichtet werden. Der Neubau soll auf einer Fläche von rund 6600 Quadratmetern Angebote zur Information sowie Gastronomie bereithalten und gleichzeitig die Sicherheitskontrolle für die derzeit jährlich rund 2,4 Millionen Besucher des Reichstagsgebäudes enthalten.

Festgelegt sind auch der Bau eines Verbindungstunnels und die Kostenobergrenze: Damit die Besucher nicht zweimal anstehen und kontrolliert werden müssen, wird das oberirdische Empfangsgebäude unter der Scheidemannstraße hindurch direkt mit dem Reichstagsgebäude verbunden. Für das Empfangsgebäude inklusive Tunnel sind Baukosten von rund 150 Millionen Euro veranschlagt.

Alle Wettbewerbsarbeiten werden im Foyer des BBR, Straße des 17. Juni 112, 10623 Berlin, ausgestellt und sind dort bis 14. Dezember von 9 bis 18 Uhr zu sehen.