Gericht

Prozessbeginn: Messerstecherin beruft sich auf Notwehr

Im Juli hatte eine Frau bei einem Streit um eine Wasserpfeife in Kreuzberg einen Mann tödlich verletzt. Am Montag begann der Prozess.

Der Tatort am Bethaniendamm im Juli 2016

Der Tatort am Bethaniendamm im Juli 2016

Foto: Thomas Peise

Fünf Monate nach tödlichen Messerstichen gegen den 53-jährigen Bruder ihres damaligen Partners hat sich die 30-Jährige Angeklagte auf Notwehr berufen. Die dreifache Mutter erklärte zu Prozessbeginn am Montag vor dem Landgericht Berlin, sie habe einen handgreiflichen Streit zwischen den Brüdern schlichten wollen. Zugestochen habe sie, als der 53-Jährige bei dem Geschehen vor einem Wohnwagen in einer Parkanlage im Stadtteil Kreuzberg mit einem Baseballschläger auf sie eingeprügelt habe. „Ich war der Meinung, dass ich mich wehren durfte“, sagte die Frau. Sie habe den Mann aber nicht töten wollen.

Die Angeklagte und die Brüder im Alter von 51 und 53 Jahren kannten sich seit einem Jahr, als es im Juli 2016 zum tödlichen Streit kam. Als sich die Frau in eine Auseinandersetzung der Männer einmischte, habe der 53-Jährige mit der Hand zugeschlagen und die 30-Jährige im Gesicht getroffen, heißt es in der Anklage. Die Frau habe daraufhin ein Messer geholt und dem Opfer einen Stich in den Rücken versetzt. Der Verletzte habe erst danach einen Baseballschläger aus seinem Wohnwagen geholt. Bevor er diesen einsetzen konnte, sei er durch einen zweiten Messerstich getroffen worden.

Frau attackiert Mann nach Streit um Wasserpfeife mit Messer

Die 30-Jährige sagte, sie und der 51-Jährige seien ein Paar gewesen. „Ich hatte aber den Eindruck, dass beide Männer eine Beziehung zu mir wollten.“ Der 53-Jährige sei enttäuscht und eifersüchtig gewesen. Bei dem folgenschweren Streit sei der Baseballschläger früher als von der Anklage angenommen im Spiel gewesen. „Er schlug mich damit, das machte mich wütend.“ Sie habe sich „spontan und unüberlegt zu der Tat hinreißen lassen“. Als sie Blut sah, habe sie die Feuerwehr gerufen.

Der Geschädigte hatte einen Stich in den Rücken und einen weiteren in den Halsbereich erlitten. Er starb 41 Stunden später in einem Krankenhaus. Die Angeklagte wurde kurz darauf verhaftet. Der Prozess wegen Totschlags wird am 13. Dezember fortgesetzt.