Bildung

Die Nachfrage nach Privatschulen in Berlin steigt

Im Schuljahr 2015/16 gab es an den Schulen in freier Trägerschaft insgesamt 49.255 Schüler und damit knapp 1500 mehr als im Jahr zuvor.

Der Anteil der Privatschüler an der Gesamtschülerschaft lag bei den allgemeinbildenden Schulen im vergangenen Jahr bei zehn Prozent

Der Anteil der Privatschüler an der Gesamtschülerschaft lag bei den allgemeinbildenden Schulen im vergangenen Jahr bei zehn Prozent

Foto: picture-alliance/ dpa / picture-alliance/ dpa/Phorms

Berlin.  Die Zahl der Schüler, die in Berlin an Privatschulen unterrichtet werden, wächst. Im Schuljahr 2015/16 gab es an den Schulen in freier Trägerschaft insgesamt 49.255 Schüler und damit knapp 1500 mehr als noch im Jahr zuvor. Das geht aus aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes hervor. Diese Zahl spiegelt allerdings nicht die tatsächliche Nachfrage wider. Andreas Wegener, Vorsitzender des Privatschulverbandes Berlin betonte, dass der Bedarf angesichts der insgesamt wachsenden Kinderzahl in der Stadt erheblich größer ist. Doch es werde immer schwieriger, neue Schulen zu gründen, weil es keine geeigneten Grundstücke oder Gebäude gebe.

Der Anteil der Privatschüler an der Gesamtschülerschaft lag bei den allgemeinbildenden Schulen im vergangenen Jahr bei zehn Prozent. Der bundesweite Durchschnitt betrug knapp neun Prozent. Den größten Anteil hat nach wie vor Bayern mit 11,4 Prozent, Berlin liegt auf Platz sechs. Bei den privaten berufsbildenden Schulen nimmt Berlin sogar einen Spitzenplatz ein. 17,6 Prozent der Berufsschüler lernen an privaten Einrichtungen. Einen höheren Anteil haben nur Sachsen und Thüringen. Die stärksten Zuwächse an Schülern in Berlin verzeichnen Sekundarschulen und berufliche Schulen. Allein an privaten Sekundarschulen wurden im vergangenen Jahr 40 zusätzliche Klassen eingerichtet. Dabei sind tatsächlich nur zwei neue Schulen in freier Trägerschaft hinzugekommen. Die wachsende Schülerzahl ergibt sich hauptsächlich durch Aufstockung bereits vorhandener Schulen. Der prozentuale Anteil der Privatschüler stagniert angesichts der schwierigen Bedingungen bei steigenden Schülerzahlen.

Kommentar: Chance für Innovationen

„Im Rahmen der wachsenden Stadt werden Tausende neue Schulplätze benötigt. Da stellen Privatschulen ein wichtiges Angebot dar“, sagte Andreas Wegener. Die aktuelle Statistik des Bundesamtes zeigt auch, dass Privatschulen häufig erfolgreicher sind als staatliche Schulen. So haben an den freien Sekundarschulen in Berlin nur knapp zwei Prozent der Schüler keinen Abschluss erreicht. An den öffentlichen Schulen lag die Quote dagegen bei neun Prozent. In keinem anderen Bundesland ist der Abstand in der Erfolgsquote zwischen staatlichen und privaten Schulen so groß.

Die neue rot-rot-grüne Landesregierung hat im Koalitionsvertrag beschlossen, dass es bis 2019 ein neues Berechnungsmodell für die Zuschüsse an Privatschulen geben soll, das die vollen Kosten berücksichtigt. Bisher werden nur die Personalkosten der Schulen berücksichtigt. Zudem sollen Privatschulen, die Kinder aus sozial benachteiligten Familien aufnehmen, dann höhere Zuschüsse erhalten. Wegener begrüßt das, die Arbeitsgemeinschaft der Berliner Schulen in freier Trägerschaft fordert aber, dass für die Errichtung neuer Schulen Grundstücke zu erschwinglichen Konditionen bereitgestellt werden.