Berlin

Orchester-Profis spielen für die Kleinen

Beim Konzert des Kinderopernhauses Lichtenberg brachten Staatskapellen-Trompeter Schülern Klassik näher

In Zusammenarbeit mit der Staatskapelle Berlin veranstaltete das Kinderopernhaus Lichtenberg am Freitag das dritte Kindergesprächskonzert im Caritas Kinder- und Jugendfreizeitzentrum Steinhaus. Rund 100 Kinder der Kooperationsgrundschulen des Lichtenberger Stadtteils „Frankfurter Allee Süd“ bekamen so die Möglichkeit, Orchesterprofis live spielen zu hören, mit diesen ins Gespräch zu kommen und Instrumente näher kennenzulernen.

„Wir wollen keine künstliche Situation erzeugen, sondern Kindern aus dem Kiez klassische Musik ganz natürlich näherbringen“, erklärt Regina Lux-Hahn, Initiatorin des Kinderopernhauses Lichtenberg. Was die Grundschüler zu hören bekamen, hatte Weltklasse-Niveau: Es spielten die Trompeter der Staatskapelle, Felix Wilde, Alper Çoker und Christian Batzdorf sowie Rainer Auerbach, der die jungen Gäste auch durch das Programm führte. Und das tat er mit viel Humor und leger in Jeans und Pullover. Zwischen den wunderbar vorgetragenen Stücken aus drei Jahrhunderten Musik lockerte Auerbach das kleine Publikum mit Anekdoten zu den einzelnen berühmten Komponisten auf. So erfuhren die Schüler unter anderem, warum Johann Sebastian Bachs Spitzname „alte Perücke“ lautete (Er trug eine, damit er gepflegter aussah und sich nicht so oft die Haare waschen musste).

Neben Bach erklungen Werke von Georg Philipp Telemann, Wassily Brandt, George Enescu und Ernst August Friese. Schwere Kost für die Mini-Zuhörer, könnte man meinen. Aber die zeigten sich begeistert und lauschten konzentriert. Nur ab und zu musste eine der anwesenden Lehrerinnen ihre Klasse mit einem „Pssst!“ zu mehr Ruhe ermahnen. Besonders spannend empfanden die Kinder die Geschichte der Trompete, die gleich zu Beginn von Auerbach zum Besten gegeben wurde. „Die Trompete war ganz früher nur für Militärmusik gedacht, damit man als Allererstes gehört wurde.“ Nach diesem Satz setzten die vier Musiker gleich zum Kavalleriemarsch an. „Später, zu Zeiten des Barock, benutzte man die Trompete zur festlichen Repräsentation.“

Die Kinder staunten nicht schlecht, was Batzdorf zum Anlass nahm, sich zu einem Lob hinreißen zu lassen, dass er wohl nicht oft zu einem Publikum sagen kann: „Ihr hört alle sehr gut zu, das kenne ich von meinen Kindern anders!“

Zum Abschied durfte mitgetanzt werden, mit Tango ging es musikalisch über den großen Teich. Nach rund 40 Minuten ertönte die abschließende Rumba, die das eine oder andere Kind zum Mitklatschen animierte. So richtig geklatscht wurde dann am Schluss.

Eine, die mitapplaudierte war Birgit Monteiro (SPD), Bezirksbürgermeisterin von Lichtenberg. „Das Projekt ist einfach eine super Sache“, sagt sie. Ein positives Resümee zog auch der elfjährige Lutian, der sich daran erinnerte, irgendwo schon einmal Trompetenmusik gehört zu haben. „Mir hat das Kinder-Konzert sehr gut gefallen“, lautete sein Urteil. Er spielte zwar noch kein Instrument, aber nach diesem Tag, überlege er sich das noch einmal.