Machtwechsel im Gesamtpersonalrat der Berliner Polizei

Im Gesamtpersonalrat der Berliner Polizei ist es zu einem überraschenden Machtwechsel gekommen. Zum neuen Vorsitzenden wurde Mirko Prinz von den „Unabhängigen“ gewählt. Er folgt auf Christian Hanisch von der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Die Stellvertreter von Prinz werden von der Deutschen Polizeigewerkschaft (DpolG) und dem Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) gestellt.

Im größten und wichtigsten Personalrat der Berliner Polizei kommt es damit zum überraschenden Bündnis von zwei etablierten Berufsverbänden (DpolG und BDK) mit den „Unabhängigen“, die erstmals selbst Kandidaten ins Rennen geschickt hatten. Für die GdP ist das Ergebnis besonders bitter, da sie bis auf das LKA alle Teilbereiche in ihrer Hand hat und den Vorsitzenden der einzelnen Personalräte stellt. Auch im Gesamtpersonalrat hat die GdP bei der jüngsten Wahl 13 der insgesamt 29 Sitze errungen.

Während die „Unabhängigen“ und ihre Verbündeten das Ergebnis feierten, zeigte sich die GdP zerknirscht. „Es ist sehr schade, dass wir die Verantwortung im Gesamtpersonalrat abgeben müssen, obwohl wir zu Gesprächen mit allen bereit waren. Wir haben die Botschaft unserer Kolleginnen und Kollegen verstanden. Wir werden uns in Zukunft wieder mehr auf die Basisarbeit in den Direktionen konzentrieren, um verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen“, sagte GdP-Sprecher Benjamin Jendro der Berliner Morgenpost.

Vor den Personalratswahlen hatte eine Todesanzeige für Aufregung gesorgt. Darin wurden die Lügen eines GdP-Mitbewerbers für tot erklärt. Urheber der Satireschrift war ein Mitglied der „Unabhängigen“. Empört hatten sich darüber auch die jetzigen Koalitionäre.

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