Syrien-Krieg

Schriftsteller und Künstler demonstrieren gegen Russland

Gegen das russische Bombardement Syriens sind am Mittwoch in Berlin zahlreiche Demonstranten auf die Straße gegangen.

Demonstranten vor der russischen Botschaft in Berlin

Demonstranten vor der russischen Botschaft in Berlin

Foto: Jörg Carstensen / Jödpa

Mehrere hundert Menschen haben am Donnerstag vor der russischen Botschaft in Berlin gegen den Krieg in Syrien protestiert. Sie werfen Präsident Putin vor, den Konflikt zu befeuern und insbesondere bei der Bombardierung der syrischen Stadt Aleppo keine Rücksicht auf Zivilisten zu nehmen.

Zu der Demonstration hatten Schriftsteller und Publizisten aufgerufen. „Wir müssen deutlich und laut Putins Schande benennen“, sagte der Autor Peter Schneider („Der Mauerspringer“) auf der Demonstration.

Die Initiatoren, darunter der Regisseur Volker Schlöndorff, der Publizist und frühere Kulturstaatsminister Michael Naumann sowie die Schriftsteller Herta Müller und Friedrich Christian Delius, wollten damit „ein kleines Zeichen gegen das dröhnende Schweigen der Zivilgesellschaft zu dem systematischen Massenmord in Aleppo“ setzen.

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Der Grünen-Politiker Cem Özdemir kritisierte das Schweigen der deutschen Friedensbewegung. Menschen seien zu Zehntausenden gegen die US-Invasion in Irak auf die Straße gegangen. „Wo sind die jetzt alle?“, fragte Özdemir am Rande der Demonstration. Das „zynische Machtkalkül“ des russischen Präsidenten Wladimir Putin richte sich nicht wie von ihm behauptet gegen die Islamisten, sondern gegen die syrische Zivilbevölkerung.

Während der Demonstration zog eine kleine Gruppe von Putin-Sympathisanten mit einer russischen Fahne vorbei und stimmte anschließend die russische Nationalhymne an. Moskau unterstützt im syrischen Bürgerkrieg Präsident Baschar al-Assad mit Luftangriffen und Spezialkräften am Boden.