Einschulungsdaten

Berliner Kinder in gutem gesundheitlichen Zustand

Den meisten Berliner Kindern geht es gesundheitlich gut. Probleme gibt es aber bei Impfungen und bei Deutschkenntnissen.

Ein Kind beim Kinderarzt

Ein Kind beim Kinderarzt

Foto: imago stock&people / imago/Westend61

Die meisten Berliner Kinder befinden sich laut Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales in einem guten gesundheitlichen Zustand. Diesen Trend der letzten Jahre hätten auch die Daten der Einschulungsuntersuchungen in Berlin 2015 gezeigt, heißt es in einer Mitteilung vom Dienstag.

Wie die Behörde mitteilte, wurden zum Schuljahr 2015/16 16.557 Jungen und 15.310 Mädchen vom Kinder- und Jugendgesundheitsdienst vor der bevorstehenden Einschulung erstmals ärztlich untersucht.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • Die soziale Lage der Familien mit Kindern im Einschulungsalter hat sich weiter leicht verbessert, weil die Eltern bessere Bildungsabschlüsse hätten und die Erwerbslosigkeit zurückgegangen sei. Dennoch zeige sich weiterhin eine deutliche gesundheitliche Benachteiligung von Kindern aus Familien in ungünstiger sozialer Lage. So wiesen Kinder mit niedrigem Sozialstatus in den Tests zur motorischen, kognitiven und sprachlichen Entwicklung weit häufiger Auffälligkeiten auf als Gleichaltrige aus Familien in günstigerer sozialer Lage.
  • 45 Prozent der Berliner Kinder haben laut Einschulungsuntersuchung einen Migrationshintergrund. Damit ist der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund um gut sechs Prozentpunkte gestiegen. Diese Veränderungen sind laut Mitteilung zu einem Großteil methodisch bedingt, weil mit der neuen Definition nicht wie zuvor nur ein Teil, sondern nunmehr alle Kinder mit einem sogenannten einseitigen Migrationshintergrund erfasst werden.
  • Die größte Herkunftsgruppe stellen die Kinder aus osteuropäischen Staaten (16 Prozent), gefolgt von den türkischen (9 Prozent) und den Kindern aus sonstigen Staaten (8 Prozent).
  • Der gestiegene Zuzug von Flüchtlingen im Jahr 2015 sind die Durchimpfungsraten bei Kindern mit Migrationshintergrund seit 2012 tendenziell rückläufig und liegen inzwischen mehrheitlich unter den Raten der deutschen Kinder. Es sei anzunehmen, dass dies in erster Linie auf andere Impfschemata und Verfügbarkeiten der Impfstoffe in den Herkunftsländern zurückzuführen ist, so die Behörde
  • Auch die Rate der Kinder mit keinen oder kaum vorhandenen Deutschkenntnissen zum Zeitpunkt der Einschulungsuntersuchung ist seit 2011 kontinuierlich um insgesamt fünf Prozentpunkte angestiegen. Sie liegt derzeit bei 11 Prozent. Hier ist davon auszugehen, dass der Anstieg im Wesentlichen darauf zurückzuführen ist, dass viele Kinder aufgrund einer erst kurzen Aufenthaltsdauer in Deutschland noch keine ausreichenden deutschen Sprachkenntnisse erwerben konnten.
  • Die Einschulungsuntersuchungen zeigt weiterhin, dass die Ballung sozialer und gesundheitlicher Problemlagen nach wie vor ungleich über die Stadt verteilt sind. Sie ist in besonderem Maße in Gesundbrunnen, Wedding, Kreuzberg Nord und Neukölln zu beobachten. Hier seien die Anteile von Kindern mit Entwicklungsauffälligkeiten und gesundheitlichen Beeinträchtigungen auffällig hoch.