Silvester in Berlin

Berlin plant kein Verbot von Böllern und Silvesterraketen

In Teilen der Düsseldorfer Altstadt werden Feuerwerkskörper verboten. In Berlin bleiben ähnliche Forderungen folgenlos.

In Berlin gab es in früheren Jahren immer  wieder  Forderungen zum Verbot von Feuerwerkskörpern - die aber folgenlos blieben

In Berlin gab es in früheren Jahren immer wieder Forderungen zum Verbot von Feuerwerkskörpern - die aber folgenlos blieben

Foto: Britta Pedersen / dpa

Trotz Diskussionen um die Gefahren durch Silvesterfeuerwerk steht in Berlin kein Verbot von Böllern und Raketen an. „Es gibt bei uns keine Anstalten, in der Richtung aktiv zu werden“, sagte der Sprecher der zuständigen Senatsarbeitsverwaltung, Christoph Lang. „Es ist ein sehr weit verbreiteter Brauch, mit Knallern und Raketen das neue Jahr zu begrüßen, ebenso wie der Weihnachtsbaum Tradition ist, obwohl der eigentlich brandgefährlich ist.“ Dieser Brauch werde akzeptiert, man sehe daher „keinen Handlungsbedarf“.

In Teilen der Düsseldorfer Altstadt sollen in diesem Jahr möglicherweise Böller verboten werden, um die Stimmung weniger aggressiv werden zu lassen. Vor einem Jahr gab es ähnliche Verbote in holländischen Städten. In Berlin gab es in früheren Jahren immer mal wieder entsprechende Forderungen von Politikern und in der Folge Debatten über das Thema - die aber folgenlos blieben.

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In Berlin ist die Senatsarbeitsverwaltung zuständig für die Bereiche Lagerung und Verkauf von Sprengstoffen. Bei einem landesweiten Verbot der Böllerei müsste sich das Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten (Labo) um das Thema kümmern. Zudem könnten auch die Bezirke aktiv werden und in dicht besiedelten Gebieten einschreiten. Geplant ist das aber nicht.

Keine Böller und Raketen am Brandenburger Tor

Schon jetzt ist die Knallerei in der Umgebung von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern nicht erlaubt. Kontrolliert und durchgesetzt wird das aber nicht.

Bei der großen Silvesterfeier am Brandenburger Tor und auf der Straße des 17. Juni sind Böller und Raketen streng verboten. Wachleute kontrollieren Taschen und beobachten das Geschehen. Zuständig ist hier der Veranstalter. Probleme gab es in der Hinsicht in den vergangenen Jahren fast gar nicht.

Sprecher Lang betonte, jedes Jahr gebe es nur etwa ein Dutzend Beschwerden über den Krach in der Silvesternacht. Das sei in einer Millionenstadt wie Berlin ausgesprochen wenig.

50 Personen im vergangenen Jahr verletzt

Allerdings würden zahlreiche Menschen durch Böller verletzt und viele Brände entstünden durch Silvesterraketen. Im vergangenen Jahr mussten 50 Menschen ins Krankenhaus gebracht werden. Die meisten von ihnen hatten sich mit Sprengkörpern verletzt. Drei erlitten Gesichtsverletzungen, in sieben Fällen waren Hände betroffen, ein zwölfjähriger Junge verlor mehrere Finger.

Die Feuerwehr wurde zu mehr als 400 Bränden gerufen. Häufig brannte es auf Balkonen, wo Silvesterraketen eingeschlagen waren. Feuerwehrleute wurden bei den Einsätzen immer mal wieder mit Knallkörpern beworfen.