Hennigsdorf/Berlin

Bombardier will Produktion von Zügen bei Berlin einstellen

Hennigsdorf/Berlin.  Der Bahntechnik-Konzern Bombardier will nach Angaben des Betriebsratsvorsitzenden Michael Wobst den Wagenkastenrohbau und eine Produktionshalle schließen. Weitere 500 Arbeitsplätze könnten wegfallen. Die Serienproduktion von Zügen soll Ende 2018 auslaufen, sagte ein Betriebsrat des Werkes Hennigsdorf bei Berlin am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Die Werksleitung habe mitgeteilt, dass nur noch Entwicklung, Konstruktion und eventuell der Bau von Prototypen am Standort bleiben sollen. Aber auch Teile davon würden in Billiglohnländer verlagert. Für Empörung habe gesorgt, dass keine Zahl der verbleibenden Mitarbeiter genannt wurde, so der Betriebsrat. Die solle wohl erst kurz vor Weihnachten bekannt gegeben werden. In Hennigsdorf sind derzeit rund 2500 von insgesamt knapp 10.000 Mitarbeitern in Deutschland beschäftigt. Ein Bombardier-Sprecher sagte auf Anfrage in Berlin: „Es gibt diesbezüglich keinen Beschluss.“ Er machte auch keine Angaben zu Stellenstreichungen in anderen Werken.

Der kanadische Bombardier-Konzern hatte Ende Oktober erklärt, man werde im Zuge des Sparkurses weltweit 7500 Stellen streichen. Davon würden 5000 in der Bahntechnik-Sparte wegfallen, die ihren weltweiten Hauptsitz in Berlin und in Deutschland einen Schwerpunkt hat. Schon im Februar hatte Bombardier in einer ersten Runde 1400 Stellen in Deutschland gestrichen.

Bombardier hat neben Hennigsdorf große Werke im sächsischen Görlitz, in Kassel und Mannheim. Der Sparkurs war durch eine aus dem Ruder gelaufene Entwicklung eines Regionaljets der Flugzeugsparte ausgelöst worden.

( rtr/dpa )