Munitionsfund

Bombenentschärfung in Neukölln: Zünder erfolgreich gesprengt

In einem Radius von 200 Metern um den Fundort herum wurde eine Sperrzone eingerichtet. Die Entschärfung war erfolgreich.

Bombenentschärfung in Neukölln

An der Heidelberger Str. in Neukölln wird eine Weltkriegsbombe entschärft. In einem Radius von 200 Metern wurde rund um den Fundort eine Sperrzone eingerichtet. Auf den Buslinien 104 und 166 kommt es zu Einschränkungen.

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Es war bereits die sechste Weltkriegsbombe, die in diesem Jahr in Berlin entschärft wurde. Zur Mittagszeit kündigte ein Knall davon, dass auch dieses Mal alles gut gegangen war. Die Sprengung des Zünders verlief erfolgreich. Der 50-Kilogramm-Blindgänger war von Spezialisten der Berliner Polizei unschädlich gemacht worden. Die beiden Zünder waren zuvor entfernt und kontrolliert gesprengt worden. Mehrere Stunden ging rund um den Fundort nichts mehr. Auch der Luftraum wurde gesperrt.

Der Sprengkörper war in einer Baugrube an der Heidelberger Straße gefunden worden. Mehr als 2500 Menschen mussten an der Grenze von Neukölln und Treptow ihre Wohnungen verlassen. Im Evakuierungsradius befanden sich auch die Röntgen-Sekundarschule und zwei Kitas. Alle drei Einrichtungen blieben am Dienstag gleich komplett geschlossen. Zwei Supermärkte, die in der Sicherheitszone liegen, mussten ebenfalls schließen.

Eine Berlinerin, die direkt gegenüber der Baugrube wohnt, ist Angelika Schwenn. Mehr als 40 Jahren lebte sie Tür an Tür mit der Bombe. Sie habe erst durch Zufall von dem Fund erfahren, sagte sie der Berliner Morgenpost. „Jetzt kann ich nachempfinden, wie es den Bewohnern in Oranienburg geht, die ja mehrmals im Jahr raus müssen“, sagte sie. Ein Feuerwehrmann vor Ort erklärte, dass das noch lange nicht der letzte Blindgänger war, den man in Berlin gefunden habe. Nach Schätzungen liegen noch etwa 3000 unentdeckte Weltkriegsbomben im Boden Berlins.

Die Polizei zog ein positives Fazit des von dem Einsatz

Wie jedes Mal, wenn einer dieser Blindgänger gefunden wird, läuft ein großes logistisches Programm ab. Etwa 150 Polizisten waren im Einsatz. Techniker der Berliner Gasag untersuchten gemeinsam mit der Polizei den Verlauf von Gasleitungen rund um den Ort der Entschärfung. 20 Leute vom Roten Kreuz halfen alten und kranken Menschen dabei, sich in eine Turnhalle an der Oderstraße zu begeben. Die Polizei forderte mit einem Lautsprecherwagen die Anwohner dazu auf, ihre Häuser zu verlassen. Beamte gingen von Haus zu Haus und überprüften die einzelnen Gebäude. War ein Haus abgearbeitet, wurde das mit einem Schriftzug auf dem Boden vor der Haustür gekennzeichnet.

Als die Häuser leer waren, bekam die Berliner Verkehrsbetriebe ein Zeichen von der Polizei, den Nahverkehr zu unterbrechen. Die Haltestellen der Linien 104 und 166 wurden zwischen Elsenstraße und Kiefholzstraße sowie Wildenbruchplatz nicht mehr bedient. Auch der Luftraum im Sperrkreis wurde für die Zeit der Entschärfung gesperrt.

Die eigentliche Entschärfung lief dann ähnlich wie die in Zehlendorf vor elf Tagen. Kampfmittelräumexperten hatten den Fund erst begutachtet und dann die Bombe vor Ort und per Hand entschärft. Das heißt, dass der Zünder vom Rest der Bombe getrennt und separat gesprengt wurde.

Insgesamt zog die Polizei am Dienstagabend ein positives Fazit des Einsatzes. „Es ist alles gut gelaufen. Die Anwohner konnten relativ zügig wieder in ihre Wohnungen zurück“, sagte ein Polizeisprecher der Berliner Morgenpost.

Dabei war die Evakuierung mit etwa einer Stunde Verzögerung erst kurz nach 9 Uhr gestartet, weil die Einsatzbesprechung länger lief als geplant. Die Evakuierung an sich dauerte dann nur etwas mehr als zwei Stunden.

Die Bombenentschärfung im Minutenprotokoll:

13.15 Uhr: Das Team der Bombenentschärfer stellt sich vor:

13.07 Uhr: Die Einsatzkräfte baggern nach den Resten der gesprengten Zünder.

12.44 Uhr: Ein lauter Knall ist zu hören. Die Sprengung des Zünders war erfolgreich. In den kommenden Minuten ist nun mit der Aufhebung des Sperrkreises zu rechnen.

12.35 Uhr: Die Polizei teilt mit: Das Team der Bombenentschärfer war erfolgreich. Die Spezialisten haben den Zünder von der Bombe entfernt. Er soll umgehend - und in sicherer Entfernung - gesprengt werden. "Es knallt gleich in Neukölln", schreibt die Polizei bei Twitter.

11.50 Uhr: Das Bombenentschärfungsteam beginnt nun mit seiner Arbeit. Auch der Luftraum im Sperrkreis ist gesperrt.

11.30 Uhr: Die Polizei meldet: Die Evakuierung ist abgeschlossen. Die Entschärfung kann in Kürze beginnen.

11.03 Uhr: Die Vorbereitungen stehen vor dem Abschluss. Nur noch wenige Menschen müssen aus dem Sperrkreis gebracht werden. Die Bombenentschärfer sind in Position. In Kürze soll die Entschärfung der Weltkriegsbombe beginnen.

11 Uhr: Die Polizei hat inzwischen den Großteil der Betroffenen aus dem Sperrkreis gebracht. Die Evakuierung dürfte in Kürze abgeschlossen sein.

10.41 Uhr: Nun wurden - wie zuvor angekündigt - auch die Buslinien unterbrochen. Die Haltestellen der Linien 104 und 166 werden zwischen Elsenstraße/Kiefholzstraße und Wildenbruchplatz nicht mehr bedient, teilt die BVG mit. Die Entschärfung steht also offenbar bevor.

10.33 Uhr: Die Bombe liegt nun frei auf der Baustelle. Zuvor war sie mit einer Plastikplane verhüllt gewesen, um sie vor Einwirkung der Witterung zu schützen.

10.16 Uhr: 50 Prozent der Anwohner sind bereits in Sicherheit gebracht worden, meldet die Polizei.

10.05 Uhr: An der Röntgen-Schule im Sperrkreis fällt heute der Unterricht aus.

9.50 Uhr: Die Polizei fordert nun mit einem Lautsprecherwagen die Anwohner dazu auf, ihre Häuser zu verlassen.

9.45 Uhr: Die Wildenbruchstraße ist für den Autoverkehr gesperrt worden. Die Buslinien der BVG dürfen aber zunächst weiter fahren. Sie werden laut Polizei erst unterbrochen, wenn die Entschärfung unmittelbar bevorsteht.

9.40 Uhr: Polizisten gehen im Sperrkreis von Haustür zu Haustür und fordern die Anwohner auf, ihre Häuser zu verlassen.

9 Uhr: Inzwischen sind die Spezialisten des Kampfmittelräumdienstes an der Heidelberger Straße eingetroffen.

8.30 Uhr: Angelika Schwenn wohnt seit mehr als 40 Jahren Tür an Tür mit der Bombe. Sie hat durch Zufall von dem Bombenfund erfahren. Sie hofft das alles schnell vorbei ist. "Jetzt kann ich nachempfinden, wie es den Bewohnern in Oranienburg geht, die ja mehrmals im Jahr raus müssen."

8 Uhr: Die Evakuierung sollte laut Polizei jetzt beginnen. Aufgrund einer Einsatzbesprechung verzögert sie sich aber zunächst. Der Sperrkreis wird daher voraussichtlich länger bestehen Der Sprengkörper soll im Laufe des Tages entschärft werden.