BVG

Auch 2017 ist die Berliner U-Bahn eine Dauer-Baustelle

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Thomas Fülling
Wie die Berliner Morgenpost erfuhr, müssen sich die Fahrgäste auch 2017 auf zahlreiche Bauvorhaben einstellen

Wie die Berliner Morgenpost erfuhr, müssen sich die Fahrgäste auch 2017 auf zahlreiche Bauvorhaben einstellen

Foto: dpa

Berlins U-Bahn wird 115 Jahre alt. Wir verraten, wo es im kommenden Jahr zu Einschränkungen kommen wird.

Im nächsten Jahr wird Berlins U-Bahn 115 Jahre alt. Die Zeit hat ihre Spuren hinterlassen: Brücken und Schächte sind an vielen Stellen sanierungsbedürftig. Selbst die Tunnel, die während des Booms der Nachkriegszeit für die U-Bahn gegraben wurden, haben inzwischen ein – ingenieurtechnisch gesehen – schwieriges Alter erreicht.

Auch weil sich die Sicherheitsstandards und die Anforderungen an die Barrierefreiheit erhöht haben, gibt es bei der Berliner U-Bahn viel zu bauen.

Wie die Berliner Morgenpost erfuhr, müssen sich die Fahrgäste daher auch 2017 auf zahlreiche Bauvorhaben und die damit verbundenen Einschränkungen einstellen.

An gleich zwei Linien soll der Zugverkehr sogar sieben Wochen lang unterbrochen werden. Die Berliner Morgenpost gibt eine Vorschau auf die wichtigsten Vorhaben:

Kommentar: Bauen ja, aber besser organisiert

Linie U6 (Alt Tegel – Alt Mariendorf)

Bereits kurz nach dem Jahreswechsel müssen sich Nutzer der U6 auf Einschränkungen einstellen. Die BVG plant, drei Weichen im Bereich des U-Bahnhofs Seestraße zu erneuern. Dafür soll der Zugverkehr vom 15. bis 30. Januar zwischen Kurt-Schumacher-Platz und Wedding eingestellt werden. Als Ersatz fahren Busse über die Müllerstraße. Das hat indes bei Sperrungen im November nicht besonders gut geklappt, als die BVG einen U6-Ersatzverkehr zwischen Scharnweberstraße, Kurt-Schumacher-Platz und Afrikanische Straße eingerichtet hat. Vor allem die von Privat-Pkw oft zugeparkten Haltestellen sorgten dafür, dass die Busse „in zweiter Reihe“ halten mussten. Das führte wiederum dazu, dass sich auf der Müllerstraße noch länger als sonst die Autos stauten. Die BVG will nun vor allem in den ersten Tagen der Sperrung mehr Personal einsetzen.

Linie U7 (Rathaus Spandau – Rudow)

Um die Tunnel besser vor Nässe zu schützen, erneuert die BVG seit einigen Jahren die Abdichtungen an den Tunneldecken. Doch auch die Fugen zwischen den Betonwänden müssen saniert werden. Das will die BVG ab 30. Januar auf der U7 zwischen den Stationen Richard-Wagner-Platz und Jakob-Kaiser-Platz in Angriff nehmen. Bis 13. Februar wird dort ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.

Linie U5 (Alexanderplatz – Hönow)

Rechtzeitig vor Beginn der Internationalen Gartenschau in Marzahn will die BVG an der Zubringerlinie U5 ein neues Elektronisches Stellwerk in Betrieb nehmen. Dafür sind Bauarbeiten vom 12. Februar bis 3. März sowie vom 19. März bis 7. April jeweils ab 22 Uhr geplant. Um vor allem Theaterbesucher und Partygänger zu schonen, ist der Bereich nur von Sonntag bis Donnerstag, also nicht am Wochenende gesperrt. Zwischen Alexanderplatz und Strausberger Platz fahren als Ersatz Busse, die auch am Bahnhof Jannowitzbrücke halten. Zwischen Strausberger Platz und Frankfurter Tor sowie zwischen Frankfurter Tor und Frankfurter Allee fährt die U-Bahn im Pendelverkehr.

Linie U1 (Warschauer Straße – Uhlandstraße)

Die Viadukte an der U1 gehören zu den ältesten Anlagen im Berliner U-Bahnnetz. Wegen der vielen engen Kurven werden auch die Schienen besonders beansprucht. Im Frühsommer will die BVG nun die Gleisanlagen zwischen den Stationen Warschauer Straße und Hallesches Tor erneuern. Dafür ist ab 12. Juni eine siebenwöchige Vollsperrung dieses Streckenabschnitts (bis 29. Juli) geplant. Die Zugfahrten werden durch Busse ersetzt.

U6 (Alt Tegel – Alt-Mariendorf) und U7 (Rathaus Spandau – Rudow)

Die Linien U6 und U7 werden im Sommer 2017 erneut zur Baustelle, dieses Mal jedoch im Süden der Stadt. Im Bereich zwischen den U6-Stationen Alt- Mariendorf, Tempelhof (Südring) und Stadtmitte sowie Berliner Straße und Hermannplatz (U7) will die BVG ein modernes Zugsicherungssystem in Betrieb nehmen. Von Ende Juli bis Ende August wird es dazu mehrere Sperrungen geben; vom 23. Juli bis 14. August etwa zwischen Alt-Mariendorf und Tempelhof (Südring) sowie vom 14. bis 18. August zwischen den Stationen Hallesches Tor und Alt-Tempelhof. Mitte August wird es besonders eng, wenn zum Umbau der Signale der Zugverkehr auf der U6 und U7 im Stadtzen­trum gleichzeitig unterbrochen wird. Die U6 fährt nicht zwischen Französischer Straße und Platz der Luftbrücke, die U7 nicht zwischen Berliner Straße und Hermannplatz. Eine weitere, dann vierwöchige Sperrung ist im September an der U7 zwischen Grenzallee und Britz-Süd geplant. Im Bereich Parchimer Allee muss die BVG Schadstoffe (kurzfaserige Mineralwolle) beseitigen.

Linie U3 (Nollendorfplatz – Krumme Lanke)

Ab Ende Oktober will die BVG die U-Bahn etwa sieben Wochen lang nicht zwischen Breitenbachplatz und Krumme Lanke fahren lassen, um an den Stationen Podbielskiallee, Oskar-Helene-Heim und Thielplatz (dann „Freie Universität“) Aufzüge einzubauen. Die U3 wird gern von Studenten der FU genutzt, die Sperrung fällt in den Beginn des nächsten Wintersemesters.

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