Verkehr in Berlin

ADAC übt scharfe Kritik an rot-rot-grünem Mobilitätsplan

Der ADAC kritisiert, die Regierung plane an den Mobilitätsbedürfnissen vorbei und befürchtet Einschränkungen für den Kfz-Verkehr.

ADAC Berlin-Brandenburg befürchtet einseitige Einschränkungen für den Autoverkehr in Berlin

ADAC Berlin-Brandenburg befürchtet einseitige Einschränkungen für den Autoverkehr in Berlin

Foto: Rundfunk Berlin-Brandenburg

Der ADAC hat die Verkehrspläne der neuen Landesregierung kritisiert. „Die verkehrspolitischen Ziele lesen sich wie ein weihnachtlicher Wunschzettel“, sagte ADAC-Verkehrsvorstand Volker Krane am Freitag. „Sie sind in einer Legislaturperiode von fünf Jahren auch nicht realisierbar.“

Vor allem die geplante Abkehr vom Vorrang des Öffentlichen Nahverkehrs hin zum Radverkehr stößt beim ADAC auf Kritik. Die konkrete Umsetzung sei zudem unklar. Viele der im Koalitionsvertrag formulierten Ziele, wie zwei Meter breite Radstreifen und der grüne Pfeil für Radfahrer, seien kaum konkret umzusetzen oder ohne verkehrsrechtliche Grundlage.

Dagegen würden zentrale Probleme nicht angesprochen, beklagt der Automobil-Club. So würde es keine Angebote für die steigende Zahl der Pendler geben. Die Zahl der Berufstätigen, die täglich von außerhalb nach Berlin kommen sei in den vergangenen zehn Jahren von 200.000 auf 277.000 gestiegen, 180.000 davon pendeln nach Angaben des ADAC mit dem Auto in die Stadt. „Wenn den Auto-Berufspendlern die Zufahrt nach Berlin erschwert wird, müssen im Voraus leistungsfähige Alternativangebote realisiert sein“, sagte Krane. „Außerdem müssen die Mobilitätsansprüche des Wirtschafts-, Berufs- und Versorgungsverkehrs gleichberechtigt Berücksichtigung finden.“

In der Zukunft wird nach Überzeugung des ADAC zum Beispiel der Verkehr der Pflegedienste zunehmen, weil es einen Trend zur ambulanten Pflege gebe und die Zahl der Pflegebedürftigen steige. Deshalb müsse es weiter Parkplätze auch in der Innenstadt geben. Auch an die Anforderungen von in der Mobilität eingeschränkte Senioren müsse gedacht werden. „Den Autoverkehr zu erweitern ist kein Ziel, wir müssen ihn besser organisieren“, sagte Krane.

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