Bahngipfel

Der Kulturzug von Berlin nach Breslau wird erneut verlängert

Eigentlich sollte der Kulturzug nach Breslau nur bis September fahren. Doch die Nachfrage war größer als gedacht. Das hat nun Folgen.

Kulturzug Berlin-Breslau: Für 38 Euro hin und zurück

Kulturzug Berlin-Breslau: Für 38 Euro hin und zurück

Foto: dpa

Der Kulturzug, der seit April an Wochenenden und Feiertagen zwischen Berlin und Breslau (Wrocław) mit Halt in Cottbus fährt, wird auch in den kommenden Jahren Bestand haben. Das teilte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) nach dem deutsch-polnischen Bahngipfel am Mittwoch in Stettin (Szczecin) mit. Die Länder Berlin und Brandenburg haben sich dort mit der Deutschen Bahn auf eine gemeinsame Übernahme der Kosten von jährlich insgesamt 300.000 Euro geeinigt. „Alle Seiten haben hier an einem Strang gezogen, um dieses interessante Zugangebot auch für die nächsten Jahre zu sichern“, sagte Woidke im Anschluss. Der Regierungschef äußerte zugleich die Erwartung, dass ab Fahrplanwechsel 2018/19 wieder eine reguläre Fernverkehrsverbindung zwischen Berlin und Breslau und weiter nach Krakau angeboten werden kann, sofern bis dahin die entsprechende Infrastruktur gesichert ist.

Breslau ist 2016 Europas Kulturhauptstadt

Eigentlich sollte der Kulturzug nach Breslau (Wrocław) nur bis Ende September fahren. Die Stadt in Niederschlesien ist in diesem Jahr, ebenso wie das spanische San Sebastian, „europäische Kulturhauptstadt“. Als deutschen Beitrag zu diesem Ereignis haben sich die Landesregierungen von Berlin und Brandenburg für eine Wiederaufnahme des Ende 2014 eingestellten Zugverkehrs zwischen beiden Städten eingesetzt und die Finanzierung des Projekts übernommen. Die Bahntochter DB Regio Nordost organisiert das Zugangebot gemeinsam mit der Niederschlesischen Eisenbahn Koleje Dolnośląskie.

Doch alle Beteiligten wurden vom Erfolg des Angebots förmlich überrollt. Anstelle der erwarteten 50 Fahrgäste wollten zwischen 260 und 380 Fahrgäste pro Zug mitfahren. Statt einem Doppeltriebwagen setzte die Bahn daraufhin bis zu drei Fahrzeuge ein und stellte an einigen Tagen sogar noch Busse bereit, um alle Reisenden mitnehmen zu können. Wegen der guten Nachfrage wurde das Angebot daraufhin bis Anfang Januar 2017 verlängert.

Geisel: Attraktives Angebot

Berlins Verkehrssenator Andreas Geisel (SPD), der in Vertretung für den Regierenden Bürgermeister an dem 2. deutsch-polnischen Bahngipfel teilnahm, kann die positiven Erfahrungen vieler Fahrgäste aus seinem Breslau-Besuch im Sommer nachvollziehen: „Das Angebot ist deutlich attraktiver als die bisherigen Angebote, es war damit zwingend und richtig, dass die beiden Länder sich aktiv für die Weiterführung des Kulturzugs eingesetzt haben und hierzu auch eigene Mittel eingebracht haben.“

Dies habe dazu geführt, dass sich Berlin auch weiterhin an der Finanzierung des „Kulturzuges“ beteiligen wird. Senator Geisel begrüßte in diesem Zusammenhang ausdrücklich, dass die Deutsche Bahn AG (DB) sich nun ebenfalls finanziell engagiert und die Weiterführung des Projektes bis Ende 2018 gesichert ist. Er forderte jedoch von der DB auch, bereits jetzt die Vorkehrungen zu treffen damit nach 2018 eine dauerhafte Fernverkehrsverbindung auf kürzestem Weg von Berlin über Breslau möglichst bis nach Krakau eingerichtet werden kann.

Günstiger Fahrpreis

Der Kulturzug fährt zwischen Berlin, Cottbus und Breslau. Der Fahrpreis beträgt für eine einfache Fahrt 19 Euro (Hin- und Rückfahrt 38 Euro). Der Zug startet jeden Sonnabend- und Sonntagmorgen um 8.31 Uhr in Berlin-Lichtenberg und trifft gegen 13 Uhr in Breslau ein. Jeweils am Nachmittag fährt der Zug wieder zurück. Allerdings gab es von den Fahrgästen vielfach auch Kritik an dem Angebot. Besonders ärgerlich war für viele, dass keine Plätze reserviert werden können.

Das ist nur für Gruppen vorab möglich. So stellte sich dann oft erst am Abfahrtstag heraus, ob man mit dem Zug noch mitkam oder nicht. Zudem setzt die Bahn auf der Strecke ältere Dieseltriebwagen ein, die nicht behindertengerecht sind und auch keine Fahrradmitnahme erlauben.