Projekt der TU Berlin

Wie eine sprechende Puppe Pflegebedürftigen helfen soll

71 Prozent aller Pflegebedürftigen werden zu Hause betreut. Doch was tun, wenn gerade niemand da ist? Eine Puppe könnte bald helfen.

Diese Puppe soll künftig bei der Altenpflege helfen

Diese Puppe soll künftig bei der Altenpflege helfen

Foto: Matthies Spielprodukte

Sie sieht aus wie ein Kobold, hat strubbelige rote Haare und ein Knautschgesicht - eine lustige, auf den erstem Blick nicht besonders spektakuläre namenlose Puppe soll bald Angehörigen und Fachkräften in der Alten- und Krankenpflege helfen.

Das lustige Kerlchen ist nämlich gar nicht so unscheinbar, sondern steckt voller innerer Werte in Form von Technik. Als interaktive Puppe, die Audio- und Videosignale aufnehmen, analysieren und sogar selbst sprechen kann, soll sie einspringen, wenn gerade mal kein Personal anwesend ist.

Entwickelt wird die Puppe vom Quality und Usabiliy Lab der Technischen Universität Berlin. Das Bundesforschungsministerium hat gerade 1,65 Millionen Euro Fördergelder bewilligt. Besonders bei der digitalen und emotionalen Spracherkennung soll die Puppe bei der Kommunikation zwischen Pfleger, Pflegebedürftigem und Angehörigen helfen. Das geschieht über eine mobile App namens Crowdee, die in der Puppe steckt. Die App kann laut TU so programmiert werden, dass sie selbstständig Fragen an den Pflegebedürftigen stellen kann. Die Antworten werden dann über die App von Pflegern oder Ärzten analysiert.

„Für diese Spracherkennung haben wir spezielle Algorithmen entwickelt, die Rückschlüsse auf den Zustand des Patienten zulassen, ob vielleicht ein Notfall vorliegt“, erläutert Tim Polzehl vom Quality und Usability Lab. Diese Informationen werden je nach Situation dem Pflegepersonal oder den Angehörigen weitergeleitet. Diese können dann entscheiden, welche Maßnahmen ergriffen werden sollen. Darüber hinaus soll es in Zukunft auch möglich sein, die Puppe selbst zu befragen, wie es dem Patienten geht und was er gemacht hat. Diese Informationen würden über einen registrierten Personenkreis - Angehörige, Pfleger, Nachbarn des Patienten - eingeholt. Das sei aber noch Zukunftsmusik, sagt Tim Polzehl.