Interview

Charité-Chef Einhäupl ist stolz auf das neue Bettenhaus

Charité-Chef Karl Max Einhäupl blickt stolz auf die Fertigstellung des wichtigsten Bauprojekts des Universitätsklinikums der vergangenen Jahre.

Prof Karl Max Einhäupl, der chef der Charite

Prof Karl Max Einhäupl, der chef der Charite

Die Charité ist nicht nur ein großes Universitätsklinikum, sondern auch erfolgreicher Bauherr großer Projekte. Ein Gespräch über die Fertigstellung des Bettenhauses mit dem Vorstandsvor-sitzenden, Karl Max Einhäupl.

Herr Professor Einhäupl, Bettenhochhaus und Neubau für OP-Trakt, Intensivstation und Notaufnahme sind fertig. Was empfinden Sie in diesen Tagen? Erleichterung? Stolz? Genugtuung?

Es ist schon ein Grund, ein bisschen stolz zu sein. Wir haben nicht nur ein großes Bauwerk errichtet, es ging auch darum, die Übergangszeit so zu gestalten, dass Patienten und Mitarbeiter zufrieden waren. Die schwierige Phase wurde durch das Engagement der Mitarbeiter getragen. Ich bin auch erleichtert, weil viele auf dieses Bauwerk geschaut und manche uns nicht zugetraut haben, dass wir es schaffen – obwohl wir vorher schon andere große Bauprojekte erfolgreich zu Ende gebracht haben. Und Freude ist ebenfalls dabei, weil wir den Berlinern ein hochmodernes Krankenhaus bieten können, wahrscheinlich derzeit das modernste Europas.

Bevor das Projekt begann, gab es die Diskussion, ob nicht Abriss und Neubau die bessere Lösung wären. Was sagen Sie heute dazu?

Heute stellt niemand mehr diese Frage. Die Alternative wäre gewesen, auf dem letzten freien Platz an unserem Campus Mitte ein relativ kleines Krankenhaus zu bauen, das niemals hätte wirtschaftlich geführt werden können. Wir hätten viele Flächen aufgegeben. Es war die absolut richtige Entscheidung, dieses Hochhaus zu erhalten. Und es wäre auch für das Stadtbild schade gewesen, wenn dieses Wahrzeichen von Wissenschaft abgerissen worden wäre.

Wie fügen sich Hochhaus und Neubau in die Berliner Krankenhauslandschaft ein?

Die Charité ist eine Universitätsklinik. Daher hat sie die besondere Aufgabe, Schrittmacher für die anderen Berliner Krankenhäuser zu sein und Innovationen ans Krankenbett zu bringen. Das findet nicht nur symbolisch, sondern ganz real im Neubau statt, wo die Intensivmedizin, die OP-Säle und die Zentrale Notaufnahme konzentriert sind. Wir haben dort die neuesten Ausstattungsmerkmale, bei der OP-Saaltechnik, der bildgebenden Technik und auch bei den Möglichkeiten, Technik zu vernetzen.

Was bedeutet das Projekt für die Charité?

Zunächst einmal ein klares Signal, dass die Charité in Berlin willkommen ist und dass sich Berlin entschlossen hat, Geld in die Charité zu investieren. Hinzu kommt, dass gerade der historische Standort Mitte international wahrgenommen wird. Dazu trägt die Tradition der Nobelpreisträger bei, das Wiedererstarken der wissenschaftlichen Bedeutung der Charité nach der Wende, aber auch, dass wir zum fünften Mal in Folge im Focus-Ranking als beste Klinik in Deutschland bewertet wurden. Das strahlt nicht nur in Deutschland aus. Und es ist auch für die Mitarbeiter ein klares Signal, dass sie an einer Institution arbeiten, die hohes Ansehen genießt in der Stadt.

Sie haben während der Bauphase oft gesagt, das Projekt liege im Zeit- und Kostenrahmen. Ist das auch jetzt noch so?

Ja. Übrigens zum fünften Mal in Folge bei großen Bauvorhaben der Charité. Wir haben gezeigt, dass es machbar ist, im Zeit- und Kostenrahmen zu bleiben, aber es erfordert einen großen Aufwand.

Was ist das Wichtigste dabei?

Dass Sie am Anfang klar sagen, was Sie wollen und dann nichts mehr verändern lassen. Jede Änderung treibt die Kosten nach oben und sorgt für Verzögerungen. Da waren wir sehr konsequent.

Lesen Sie mehr zum Thema Charité:

Charité: Operation Bettenhochhaus gelungen

Charité eröffnet neue Rettungsstelle in Mitte

Charité-Chef beklagt Ausstattung der Kliniken

© Berliner Morgenpost 2019 – Alle Rechte vorbehalten.