Reaktionen

Hubertus Knabe kritisiert "Castro-Lobhudelei" der Linken

Der Direktor der Stasiopfer-Gedenkstätte Hohenschönhausen kritisiert die Reaktionen der Linkspartei auf den Tod von Fidel Castro.

Fidel Castro

Fidel Castro

Foto: Alejandro Ernesto / dpa

Der Direktor der Stasiopfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, hat die Reaktion der Partei Die Linke auf den Tod des kubanischen Politikers Fidel Castro kritisiert.

„Bei allem Respekt für einen Verstorbenen fehlt mir jedes Verständnis für diese Lobhudelei gegenüber einem Diktator, der Tausende in Lager und Gefängnisse werfen ließ und ein Fünftel seiner Bevölkerung in die Flucht trieb. Wenn Fidel Castro und sein Regime ein politisches Vorbild für die Linke sind, dann kann einem angst und bange werden.“

Knabe bezog sich auf eine Twitter-Nachricht des Linken-Vorsitzenden Bernd Riexinger, in der dieser geschrieben hatte: „Mit Castro ist ein großer Revolutionär gestorben. Unsere Solidarität mit Cuba lebt weiter.“

Katja Kipping, stellvertrende Vorsitzende der Linken, hatte zu Castros Tod Stellung genommen und über ihn geschrieben: „Revolutionär, Sozialist & eine große Stimme der Unabhängigkeit des Südens gegen den reichen Norden.“

Sahra Wagenknecht, Ko-Vorsitzende der Linken-Fraktion im Bundestag, hatte über Twitter erklärt: „'Ein Kampfer kann sterben – nicht aber seine Ideen.' Adios, Fidel!“

"Unangebrachte Revolutionsromantik"

Knabe erinnert daran, dass die Linke schon 2011 in einem Glückwunschschreiben zu Castros 85. Geburtstag erklärt hatte, dass dieser „voll Stolz auf ein kampferfülltes und erfolgreiches Wirken an der Spitze der kubanischen Revolution“ zurückblicken könne. In ähnlicher Weise hätten sich im August auch die Linken-Abgeordneten Wolfgang Gehrcke und Dieter Dehm in einer Erklärung zu Castros 90. Geburtstag geäußert.

„Diese Revolutionsromantik in bester SED-Tradition ist angesichts der kubanischen Wirklichkeit völlig unangebracht. Mehr als unglaubwürdig wird dadurch auch die aktuelle Kritik von Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht an dem „Diktator Erdogan“.

Mehr zum Thema:

Trauer und Jubel – So reagiert die Welt auf Castros Tod

Fidel Castro ist tot – Er war Kubas ewiger Revolutionär

Kubas Ex-Präsident Fidel Castro mit 90 Jahren gestorben