Berlin

Bundespresseball hält an AfD-Ausladung fest

Zu dem Event am Freitag in Berlin sind neben Journalisten auch diverse Politiker eingeladen. Die AfD darf nicht kommen.

Frauke Petryund ihr Partner Markus Pretzell müssen draußen bleiben

Frauke Petryund ihr Partner Markus Pretzell müssen draußen bleiben

Foto: Urs Flueeler / dpa

An diesem Freitag findet in Berlin der 65. Bundespresseball statt. Dazu sind Persönlichkeiten aus Politik und Journalismus, aber auch andere Prominente wie Schauspieler und Sportler gelden.

Den ersten Tanz des Abends im Hotel Adlon am Brandenburger Tor absolviert Bundespräsident Joachim Gauck. Fünf Bundesminister, darunter Thomas de Mazière (CDU) und Manuela Schwesig (SPD), haben zugesagt, wie die Veranstalter am Mittwoch sagten.

Bundespresseball feiert ohne AfD-Chefin Frauke Petry

Nicht eingeladen wurden AfD-Politiker. Die Veranstalter vom Verein der Bundespressekonferenz, dem Zusammenschluss der Hauptstadt-Journalisten, gaben keine konkreten Gründe dafür an. Die AfD beschimpft allerdings seit Jahren Journalisten und sperrte sie von einem Parteitag aus.

Unter den 2300 Gästen werden auch der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier, die Linke-Vorsitzende Katja Kipping, die Grünen-Vorsitzenden Cem Özdemir und Simone Peter, der FDP-Vorsitzende Christian Lindner und die Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth sein. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte kurzfristig ab.

Dafür kommen zahlreiche Chefredakteure und Verlagsmanager sowie der frühere Fußball-Nationalspieler Arne Friedrich und die Schauspielerinnen Uschi Glas und Veronica Ferres. Uschi Glas (72) tanzte bereits 1969 auf dem Bundespresseball in Bonn mit dem damaligen Oppositionsführer Rainer Barzel (CDU).

Bundespresseball am Brandenburger Tor

Zur AfD sagte Gregor Mayntz, der Vorsitzende der Bundespressekonferenz: „Wenn Sie ein höflicher Gastgeber sind, sagen Sie auch nicht, warum Sie jemanden einladen oder warum nicht. Vor allem, weil es sein kann, dass Sie ihn im nächsten Jahr wieder einladen.“

Er betonte, dass die AfD und ihre Politiker in diesem Jahr bereits zweimal in den Fragerunden der Journalisten in der Bundespressekonferenz waren. Für nächstes Jahr seien vier Termine geplant.

Aus Kreisen der Bundespressekonferenz war zu hören, dass es auch um die Selbstachtung der Journalisten gehe. Politiker, die von „Lügenpresse“ sprächen und die Medien von Parteitagen ausschlössen, sollte man nicht auch noch zum Feiern einladen.

Ehrengast in diesem Jahr ist der französische Botschafter

Im vergangenen Jahr waren die AfD-Vorsitzende Frauke Petry und ihr Lebensgefährte, der nordrhein-westfälische AfD-Landesvorsitzende Marcus Pretzell, mit von der Partie gewesen. Viele Journalisten kritisierten das damals. Völlig ausgeschlossen ist es in diesem Jahr natürlich nicht, dass Petry als Begleiterin eines anderen Gastes kommt.

Die Sicherheitsvorkehrungen sind nach Auskunft des Hotels ähnlich hoch wie im vergangenen Jahr, als der Ball gegenüber der französischen Botschaft am Brandenburger Tor kurz nach den Terroranschlägen in Paris aufwendig geschützt wurde. Ehrengast in diesem Jahr ist der französische Botschafter Philippe Noel Etienne.

Die Bundespressekonferenz betonte, dass neue Sponsoren gewonnen seien und der Ball wirtschaftlich gut da stehe. Flanierkarten für die geladenen Gäste kosten 350 Euro, Karten mit Platz im Speisesaal 650 Euro. Mitglieder der Bundespressekonferenz zahlen weniger.

Auf dem Speiseplan für die Buffets stehen Wild aus Brandenburg, Fisch, Käse, Austern und andere Meeresfrüchte, Currywurst, Wein, Bier, Sekt und Champagner. Extra aufgebaut wird eine „Berliner Mauer“ aus „Kaltem Hund“, einer Süßspeise aus Keksen und Kakaocreme, und essbaren Graffiti.