Neue Regelung

Kritik: Dienstwaffe für Berliner Polizisten in Freizeit tabu

Die Beamten dürfen ihre Dienstwaffe nicht länger mit nach Hause nehmen. Die neue Regelung wird von der Gewerkschaft scharf kritisiert.

Ein Berliner Polizist mit seiner Dienstwaffe

Ein Berliner Polizist mit seiner Dienstwaffe

Foto: pa

Berliner Polizisten dürfen ihre Pistolen nicht mehr außerhalb des Dienstes tragen. Eine entsprechende Dienstanweisung wurde bereits im April erlassen, wie am Dienstag bekannt wurde. Die Polizisten können die Dienstpistolen daher auch nicht mehr mit nach Hause nehmen, außerdem ist auch die Teilnahme an einem Schießtraining in einem Schützenverein untersagt.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) kritisierte die neue Regelung, die bei den deutschen Bundesländern ihres Wissens nach einmalig sei. „Unsere Beamten wissen, wie sie in bestimmten Situationen mit der Waffe umzugehen haben. Da spielt es keine Rolle, ob sie offiziell im Dienst sind oder nicht“, sagte GdP-Sprecher Benjamin Jendro. „Wenn etwas in unserer Stadt passiert, muss ein Polizist eingreifen können, an jedem Ort und zu jeder Zeit.“

Die Neuregelung stelle daher eine Gefahr für Polizisten dar, wenn sie Straftaten verhindern wollten und unbewaffnet seien. Die GdP räumte aber auch ein, dass es nicht viele Kollegen gewesen seien, die ihre Waffe mit nach Hause genommen hätten.

Bislang keine Begründung der Berliner Polizei für neue Regelung

Eine Begründung der Polizei zu der Änderung im April lag am Dienstag zunächst noch nicht vor. Nach der früheren Regelung konnten Polizisten die Dienstwaffe mit nach Hause nehmen, mussten sie da aber sicher und verschlossen aufbewahren. Die knapp ein Kilogramm schweren Pistolen durften auch in der Freizeit getragen werden, nicht aber bei öffentlichen Veranstaltungen, im Ausland und beim oder nach dem Trinken von Alkohol.

Vor knapp zehn Jahren hieß es bei der Berliner Polizei zu dem Thema noch, es sei normal und auch gewünscht, dass Polizisten in Uniform nach Hause fahren. „Und zur Uniform gehört nun mal auch die Waffe.“