Berlin

Feuerwehr findet 23 tote Vögel in Berliner Bezirken

Tiere werden im Landeslabor und auf Riems untersucht

Nach dem ersten bestätigten Vogelgrippefall in Berlin häufen sich die Verdachtsmeldungen. Die Berliner Feuerwehr hat seit Freitag 23 tote Vögel aus mehreren Stadtteilen zu weiteren Untersuchungen ins Labor bringen lassen, wie eine Sprecherin am Montag sagte. Es habe sich um Schwäne, aber auch um kleinere Vögel gehandelt. Viele Bürger hätten auf Kadaver hingewiesen. Diese sollen im Labor auf das Virus hin untersucht werden.

Bis es Gewissheit gibt, dürfte es noch dauern: Bestätigt sich der Vogelgrippeverdacht im Berliner Labor, folgt eine Untersuchung im Friedrich-Loeffler-Institut auf der Ostseeinsel Riems. Erst bei erneutem Nachweis sprechen die Behörden von einem bestätigten Fall. Darüber werde in einem nächsten Schritt der Amtstierarzt für den zuständigen Bezirk informiert, sagt Mike Neumann, Sprecher des Landeslabors. „Wir versuchen, schnellstmöglich zu informieren“, so der Sprecher, „wir müssen aber immer die zweite Probe aus Riems abwarten.“ Auch die Senatsverwaltung für Verbraucherschutz werde über neue Fälle informiert.

Schwan tot aus dem Landwehrkanal geborgen

In Berlin war am Freitag der erste Fall von Geflügelpest vom Subtyp H5N8 bei einem Wildvogel festgestellt worden. Der Schwan wurde auf Höhe der Baerwaldbrücke in Kreuzberg tot im Landwehrkanal treibend durch die Wasserschutzpolizei geborgen. In ganz Berlin gilt mittlerweile eine Stallpflicht für Geflügel. Geflügelausstellungen sind untersagt. Der Erreger gilt als ungefährlich für Menschen.

In Brandenburg ist bislang kein Verdachtsfall im Zusammenhang mit der Verbreitung der Vogelgrippeepidemie aufgetaucht. Dies teilte am Montagmorgen Landestierarzt Stephan Nickisch in Potsdam mit. Am Wochenende wurden in Berlin nach Angaben der Feuerwehr sieben tote Wildvögel, darunter mindestens zwei Schwäne, entdeckt. Das sei nichts Ungewöhnliches, dass in Berlin Verdachtsfälle aufgetaucht seien und im benachbarten Brandenburg nicht, erklärte er. In Sachsen-Anhalt gebe es bislang auch keinen.

Die Vogelinfluenza trat in Deutschland in diesem Jahr erstmals am 8. November auf. Die ersten Fälle wurden aus Norddeutschland bekannt, mittlerweile wurde das Virus aber schon in elf Bundesländern nachgewiesen. In ganz Deutschland wurden die Schutzvorkehrungen umgehend ausgeweitet. Auch Geflügelbetriebe mit weniger als 1000 Tieren müssen Sicherheitsmaßnahmen treffen.