Geflügelpest

Wie gefährlich ist die Vogelgrippe? Die wichtigsten Fragen

Die Tierseuche hat Berlin erreicht. Welche Vögel sind besonders gefährdet? Können auch Menschen erkranken? Hier die Antworten.

Die Behörden haben in Kreuzberg einen Sperrbezirk eingerichtet

Die Behörden haben in Kreuzberg einen Sperrbezirk eingerichtet

Foto: Joerg Krauthoefer

Vogelgrippe oder Geflügelpest – gibt es einen Unterschied?

So wie Menschen können auch Vögel an einer Grippe erkranken. Das ist vollkommen natürlich – vor allem Wasservögel sind davon betroffen. Da sich das Virus genetisch verändern kann, entsteht aus harmlosen Influenza-Viren mitunter ein stark krankmachendes Virus. Das ist bei dem sich aktuell ausbreitenden H5N8-Virus mit vielen Todesfällen der Fall. Die Bezeichnung Geflügelpest bedeutet, dass es eine Seuche ist. Es handelt sich derzeit also um einen schweren Verlauf der Vogelgrippe.

Woher stammt das H5N8-Virus?

Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) wurde es zu Beginn des Jahres 2014 erstmals bei Geflügel in Südkorea nachgewiesen. Danach wurden Millionen Vögel aus Sicherheitsgründen getötet. Dennoch entdeckte man weiterhin infizierte Wildenten. Das Virus breitete sich über Zugvögel weiter aus – zunächst in China und Japan, in den vergangenen Wochen auch in mehreren europäischen Ländern.

Ist die Geflügelpest gefährlich?

Das Virus H5N8 breitet sich bei Wildvögeln sehr schnell aus und ist demnach für unser Hausgeflügel akut gefährlich. Eine Übertragung auf den Menschen ist sehr unwahrscheinlich.

Welche Vögel sind besonders gefährdet?

Die Vogelgrippe breitet sich vor allem auf Hühner, Enten, Gänse, Schwäne und Greifvögel aus. Deshalb müssen Nutz- und Ziergeflügel in Berlin derzeit in Ställen oder abgedeckten Volieren gehalten werden.

>>>Weitere Verdachtsfälle von Vogelgrippe in Berlin<<<

Was ist mit Haustieren wie Hunden und Katzen?

Unsicherheit herrscht bei Haustierbesitzern. So zum Beispiel bei Jana Ploch, die am Sonnabendvormittag mit ihrer Hündin Emma am Landwehrkanal spazieren ging. „Kann sich die Vogelgrippe nun auch auf Hunde übertragen?“, fragt sie. Generell gilt: Katzen können sich anstecken, wenn sie zum Beispiel infizierte Vögel fressen. Für Hunde gilt dasselbe, etwa wenn sie einen infizierten Vogelkadaver verschleppen.

Was sollen Tierhalter beachten?

Spaziergänger dürfen ihre Hunde und Katzen laut Schutzverordnung der Veterinärämter in einem Sperrkreis für die kommenden 21 Tage nicht frei herumlaufen lassen. Katzen sollten in der Wohnung gehalten werden. Der Sperrbezirk betrifft den Ortsteil Kreuzberg sowie den südlichen Teil von Friedrichshain. Außerdem sollten Tierbesitzer zu Hause strenge Hygieneregeln einhalten: Fressnäpfe regelmäßig säubern, Katzentoiletten mit Handschuhen reinigen, vor und nach jedem Essen Hände waschen. Beobachten Katzenhalter eine schwere Erkältung bei ihrem Haustier, sollten sie den Tierarzt aufsuchen. Von streunenden Katzen sollte in Seuchengebieten Abstand gehalten werden.

Was mache ich, wenn ich einen toten Vogel finde?

Nicht mit bloßen Händen anfassen! Tote Wasser- oder Greifvögel sollten liegen gelassen und den Veterinärämtern oder im Notfall der Feuerwehr gemeldet werden. Die bringen die Tiere dann zur Untersuchung in das Labor des Berliner Betriebes für Zentrale Gesundheitliche Aufgaben (BBGes). Spatzen und Tauben hingegen gelten als nicht besonders anfällig – werden sie vereinzelt aufgefunden, müssen sie nicht gemeldet werden.

Sind Geflügelfleisch und Eier sicher?

Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt es derzeit keine Belege für die Möglichkeit einer Infektion des Menschen durch rohe Eier oder Rohwursterzeugnisse von infizierten Tieren. Wenn die Vogelgrippe in einem Bestand ausbricht, wird der gesamte Bestand als Vorsichtsmaßnahme getötet.

Was ist mit der Weihnachtsgans?

Wer die Gans richtig gart, läuft selbst bei infiziertem Fleisch keine Gefahr: Denn um gar zu werden, benötigt die Weihnachtsgans eine Kerntemperatur von 90 Grad, wird sie rosa gebraten sind es 75 bis 80 Grad. Dabei stirbt der Vogelgrippe-Erreger – sollte das Fleisch tatsächlich infiziert sein – ab.