Parkmanager

Das ist der Mann, der den Görlitzer Park umkrempeln soll

Parkmanager Cengiz Demirci soll im Görlitzer Park für Ordnung sorgen. Seinen ersten Arbeitstag hat er aber im Büro verbracht.

Der neue Parkranger Cengiz Demirci mit seinem Fahrrad bei einem früheren Termin im Görlitzer Park

Der neue Parkranger Cengiz Demirci mit seinem Fahrrad bei einem früheren Termin im Görlitzer Park

Foto: Wolfgang Kumm / dpa

Im Görlitzer Park ist am Mittwoch alles wie immer. „Brauchst du was?“, ist die erste Frage am Eingang. Die Dealer stehen grüppchenweise herum, schon von Weitem gut sichtbar. Jogger, Spaziergänger mit Hunden, Kindergartenkinder, Geschäftsleute queren die Grünanlage. Vor dem Haus der Kreuzer Jugendsozialarbeit sitzt eine Gruppe Afrikaner und macht Musik. Ein paar Schritte weiter haben Obdachlose ein Feuer entfacht.

Es ist feucht und kalt. „Zu tun gäbe es genug für den Parkmanager“, sagt eine Joggerin, die sich in einer Kreuzberger Anwohnerinitiative engagiert. So eine Kontrolle in Zivil fände sie schon gut. „Es muss ja nicht gleich eine ganze Armee anrücken“, ruft sie noch.

Cengiz Demirci muss sich erst noch einarbeiten

Doch wo ist der Parkmanager an seinem ersten Arbeitstag? Cengiz Demirci hat am Mittwoch seinen Job angetreten. Er soll in dem Kreuzberger Park für Ordnung sorgen. Der 43 Jahre alte türkischstämmige Mann kommt aus der Jugend- und Sozialarbeit und hat sich gegen 75 Kandidaten durchgesetzt. Bei seiner ersten öffentlichen Vorstellung im Oktober hatte er angekündigt, dass er zuerst einen sogenannten Parkrat aufbauen möchte. In dem Gremium sollen Anwohner, Vereine und Initiativen zusammenarbeiten. Er wolle Probleme lösen und neue Wege gehen, so sein Versprechen.

Eingesetzt wird er vom Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, das 500.000 Euro für zwei Jahre zur Verfügung stellt. Doch zu sehen ist Demirci am Mittwoch nicht. Auf die Frage, ob sie den Parkmanager getroffen hätten, reagieren die Besucher im Görlitzer Park teils belustigt, teils genervt. „Ich brauche keinen Manager, es gibt schon genug Kontrollen“, sagt ein Erzieher, der mit den Kindern auf dem Spielplatz ist. Gesehen habe er niemanden, wie solle er denn aussehen?

Eine junge Frau hält bei der Frage erschrocken ihren Hund am Halsband fest und will ihn anleinen. „Parkmanager, wo?“, fragt sie. Ein Afrikaner macht sich einen Scherz. „Ich bin der Parkmanager“, sagt er und lacht. Er finde, dass alles in Ordnung sei. Ein weißes Auto nähert sich. Es ist eine Mitarbeiterin vom Grünflächenamt – auf der Suche nach dem Parkmanager.

Mehrere Parkwächter sollen den Parkmanager unterstützen

Aufklärung kommt schließlich aus dem Bezirksamt. Dort sitzt Cengiz Demirci im Büro. Zu sprechen ist er nicht. „Der Parkmanager hat heute bei uns anfangen“, bestätigt Axel Koller, Leiter des Grünflächenamtes. Es sei mit ihm vereinbart worden, dass er sich zunächst einarbeitet. „Herr Demirci will und muss sich zuerst ein Bild über die Gesamtsituation machen und erst die wichtigsten Ansprechpartner persönlich kennenlernen“, so Koller. Er bitte um Verständnis, „dass eine behutsame Einarbeitung eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Arbeit des Parkmanagers ist“.

Die Aufgabe von Demirci wird es sein, den Park, der durch Drogenhandel in Verruf geriet, wieder attraktiver für Anwohner zu machen. Mehrere Parkwächter, die der Bezirk als Parkläufer bezeichnet, sollen ihn ab Frühjahr unterstützen. Sie werden durch die Grünanlage gehen, um rücksichtlos feiernde Menschen, Radfahrer, Grillfreunde und Hundehalter anzusprechen und zu ermahnen. Sozialarbeiter sollen sich um die afrikanischen Dealer sowie um kampierende Roma und ihre Kinder kümmern. Auf die Präsenz der Polizei im Görlitzer Park soll dennoch nicht verzichtet werden.