Kaufhaus des Westens

Beim KaDeWe-Umbau ist der Anfang gemacht

Am KaDeWe ist die erste Etappe des groß angelegten Umbaus beendet. Am Dienstagabend wird gefeiert.

Die ersten Umbauarbeiten am Kaufhaus des Westens sind abgeschlossen. Im laufenden Betrieb erhält das Kauhaus ein neues Aussehen

Die ersten Umbauarbeiten am Kaufhaus des Westens sind abgeschlossen. Im laufenden Betrieb erhält das Kauhaus ein neues Aussehen

Foto: Joerg Krauthoefer

Die erste Etappe beim mehrjährigen Umbau des KaDeWe ist geschafft. Am Dienstagabend hat das Luxus-Warenhaus die Neuerungen gefeiert, zusammen mit vielen geladenen Gästen. Erwartet wurden beispielsweise Berlins Kultur-Staatssekretär Tim Renner, viele Schauspieler wie Sam Riley und Alexandra Maria Lara sowie die Regisseure Leander Haußmann und Duncan Jones.

Die erste Etappe des KaDeWe-Umbaus ist geschafft
Video: Die erste Etappe des KaDeWe-Umbaus ist geschafft

Regie geführt beim neu gestalteten Haupteingang und den zehn Schaufenstern an der Hauptfront hat der mit der Modernisierung des denkmalgeschützten Gebäudes beauftragte Star-Architekt Rem Koolhaas. Mit seinem 1975 gegründeten Architekturbüro Office for Metropolitan Architecture (OMA) zeichnet er für den Masterplan verantwortlich, mit dem das Traditionshaus am Tauentzien in den kommenden sieben Jahren peu à peu im Innern umgestaltet wird. Es soll auf die Höhe der weltweit führenden Departmentstores gehoben werden.

Dabei erhält das Haus bei laufendem Betrieb ein komplett neues Aussehen. Die 60.000 Quadratmeter des Warenhauses werden in vier unterschiedliche Fashion-Bereiche aufgeteilt. Design, Klassik, sportlich und experimentell sind die Arbeitstitel dabei. Es sollen vier Quadranten entstehen. Jede Etage dieser neuen Quadranten wird künftig etwa 2000 Meter groß sein, nicht mehr 8000 Quadratmeter wie jetzt, die dazu führen, dass sich etliche Kunden schlecht zurechtfinden.

Jedes Viertel wird weiterhin über den Haupteingang zugänglich sein, aber auch über eigene Eingänge mit Rolltreppen erreichbar sein. Mit dem Dach des KaDeWe haben die Planer zum Schluss etwas Besonderes vor: Es weicht einem Glasbau, der die gesamte siebte Etage umrunden wird. Die Restaurants, Bars und der Dachgarten unter diesem Glasdach sollen auch nach Ladenschluss geöffnet bleiben. Sie erhalten deshalb einen separaten Eingang.

Schaufenster zeigen die Manufaktur der Wichtel

Doch das ist Zukunftsmusik. Dienstagabend wurde erst einmal das gefeiert, was nach einem halben Jahr Umbauzeit jetzt fertig ist: Die Fensterfront am Tauentzien, die so wiederhergestellt wurde, wie sie ursprünglich zur Eröffnung des imposanten Warenhauses 1907 aussah: bodentief und mit 4,50 Metern statt vorher nur zwei Metern mehr als doppelt so hoch wie sie jahrzehntelang genutzt wurde, außerdem erhielten die Fenster ihre historischen Rundbögen aus der Entstehungszeit zurück. Die Weihnachtsdekoration mit der Wichtel-Manufaktur lädt dort zum Schauen ein.

Neben den Neuerungen außen präsentierte die Geschäftsleitung des KaDeWe auch die zwei fertigen Abteilungen auf der ersten und zweiten Etage. Je ein Viertel der Fläche haben die Pariser Innenarchitektin India Mahdavi sowie ihre italienischen Kollegen vom Büro „Storage Milano“ neu in Szene gesetzt. Kunst, Design, Architektur und Mode gehen in beiden Fällen Hand in Hand. Bei „Women’s Fashion“ ist das Ambiente mit dem effektvoll gestalteten Steinboden – kombiniert aus strengen Linien und Kurven, die flankiert werden von einem altroséfarbenen Teppich – hell und kontrastreich mit den kräftigen Farben der Design-Kleidung an den Messingständern kreiert.

Bei den Männern hingegen ist der Boden aus Holz, das Licht gedämpft, Spots lenken den Blick auf Schuhe und die Accessoires - von der Tasche über die Unterwäsche bis zum Schal, die auf dunklen Präsentationsblöcken aus Stein oder in Regalen aus rauchigem Glas liegen. Klare Linien, nichts Verspieltes ist dort in der Männerabteilung zu finden.

Häuser der KaDeWe Group sollen „Best in Class“ werden

Zeitgleich werden auch das Alsterhaus in Hamburg und das Oberpollinger in München umgestaltet. Die KaDeWe Group, in der die drei Premiumhäuser zusammengeschlossen sind, gehört zur italienischen Warenhauskette La Rinascente (50,1 Prozent), die wiederum Teil der thailändischen Central Group ist, sowie zum österreichischen Immobilienunternehmen Signa (49,9 Prozent). Sie wollen die drei Häuser in den nächsten Jahren nach eigener Auskunft als internationale „Best in Class“ innerhalb des Luxusmarktes positionieren und einen „hohen dreistelligen Millionenbetrag“ investieren.

Im kommenden Jahr beginnt im Berliner KaDeWe der Umbau des zweiten Quadranten in der ersten Etage für die Männer-Designer. Auch dort soll es einen Mix aus internationalen Labels, kleinen Manufakturen und zeitlosen Klassikern geben. Eben so, wie es die Frauen in der zweiten Etage schon vorgemacht haben. Dort geht es dann mit dem Umbau des Premiumbereichs weiter. Die Reise für das neue Gesicht des KaDeWe hat gerade erst begonnen.