Preisverleihung

Holocaust-Überlebende werden mit Toleranz-Preis geehrt

Die beiden Schwestern Renate Lasker-Harpprecht und Anita Lasker-Wallfisch bekamen am Abend in Berlin den Preis überreicht.

(v.l.) Preistraeger Hasso Plattner, Renate Lasker Harpprecht, Hasso Plattner und Anita Lasker Wallfisch

(v.l.) Preistraeger Hasso Plattner, Renate Lasker Harpprecht, Hasso Plattner und Anita Lasker Wallfisch

Foto: DAVIDS/Sven Darmer

Zum 15. Mal verlieh das Jüdische Museum am Sonnabend den „Preis für Verständigung und Toleranz“. Preisträger sind in diesem Jahr Unternehmer Hasso Plattner sowie die Holocaust-Überlebenden Renate Lasker-Harpprecht und Anita Lasker-Wallfisch.

Der 1944 geborene Berliner Hasso Plattner ist Mitgründer des Softwareunternehmens SAP. Er finanziert mit der Hasso-Plattner-Stiftung etwa Wissenschafts projekte der Universitäten Potsdam und Stanford.

Im Kampf gegen Aids unterstützte die Stiftung zwei Universitäten in Südafrika und übernahm dort Kosten für ein Benefizkonzert, mit dem die Nelson-Mandela-Stiftung bei ihrem Kampf gegen die Krankheit unterstützt wurde. Vor drei Jahren trat Plattner der Initiative The Giving Pledge bei, deren Mitglieder versprechen, die Hälfte ihres Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden.

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Die Laudatio auf ihn hielt Physiker und Manager Henning Kagermann. Den Grundton des Abends setzte Peter Schäfer, Direktor des Jüdischen Museums. „Ein friedliches und respektvolles Miteinander ist heute wichtiger denn je“, so Schäfer in seiner Begrüßung.

Renate Lasker-Harpprecht und Anita Lasker-Wallfisch würdigte der Generalmusikdirektor der Staatsoper Unter den Linden, Daniel Barenboim. Im Nationalsozialismus wurden ihre Eltern deportiert und ermordet. Anita Lasker-Wallfischs musikalisches Talent bewahrte die 1924 und 1925 geborenen Schwestern vor einem ähnlichen Schicksal.

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Nach Lasker-Wallfischs Zeit als Cellistin im Lagerorchester von Auschwitz und der Verlegung der beiden von dort nach Bergen-Belsen konnten sie ein Jahr nach der Befreiung nach England auswandern, wo Lasker-Wallfisch das English Chamber Orchestra mitgründete. Ihre Schwester Renate Lasker-Harpprecht arbeitete als Journalistin für BBC, WDR und ZDF.

Unter den Gästen waren Staatsministerin Monika Grütters (CDU), der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) und der britische Botschafter Sebastian Wood. Frühere Ausgezeichnete des seit 2002 verliehenen Preises waren die ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau und Richard von Weizsäcker. char