Opernhaus in Berlin

Erstes Probesitzen für die Staatsoper Unter den Linden

Geplante Wiedereröffnung im Herbst 2017: Stuhlpaten unterstützen das Opernhaus als Zeichen der Verbundenheit.

Ulrich Maas, Vorsitzender Freunde und Förderer der Staatsoper, genießt die Einlagen des Hornquartetts der Staatskapelle Berlin

Ulrich Maas, Vorsitzender Freunde und Förderer der Staatsoper, genießt die Einlagen des Hornquartetts der Staatskapelle Berlin

Foto: Reto Klar

Am Freitagabend mussten High Heels und edle Hüte Gummistiefeln und Baustellenhelmen weichen: Eine der ersten Baustellen-Besichtigungen der Staatsoper Unter den Linden fand statt. Die wurde aber nicht nur durchgeführt, um Interessierten einen Eindruck der Modernisierungen zu geben. Mit Blick auf die lang ersehnte Wiedereröffnung der Staatsoper im Herbst 2017 lud der Verein der Freunde und Förderer der deutschen Staatsoper dazu ein, Stuhlpatenschaften in der Staatsoper zu übernehmen und damit ein Zeichen der Verbundenheit mit dem Haus zu setzen. Der Verein hat rund 1400 Mitglieder und feiert im nächsten Jahr 25-jähriges Bestehen.

Zur Auftaktveranstaltung mit dem zukünftigen Intendanten der Staatsoper, Matthias Schulz, und Ulrich Maas, dem Vorsitzenden der Freunde und Förderer, im Intendanzgebäude gab es auch musikalische Einlagen. Das Hornquartett der Staatskapelle Berlin blies in die Wagner-Tuben und demonstrierte den Gästen schon mal, wie gut die Akustik im restaurierten Orchesterprobesaal ist. Der Hauptgrund des Zusammentreffens waren jedoch die Stuhlpatenschaften.

Anhand des Saalplans kann direkt der Wunschplatz ausgewählt werden

Ein Musterstück lud zum Probesitzen ein, die Stühle wurden nach historischem Vorbild unter Berücksichtigung moderner ergonomischer und raumakustischer Erfordernisse gestaltet. Drei der Anwesenden entschieden sich gleich spontan für eine Patenschaft zur Unterstützung der neuen, alten Staatsoper. „Es ist einfach wunderbar zu sehen, dass wir nach nur zwei Wochen, nachdem diese Aktion gestartet ist, schon 67 Stuhlpatenschaften verbuchen konnten“, sagt Ulrich Maas. Auf der Webseite nehmen-sie-platz.de kann sich jeder, der mag, als Stuhlpate eines der originalgetreu nachgebauten Stühle eintragen lassen. Anhand des Saalplans kann direkt der Wunschplatz ausgewählt werden. Der Stuhl lässt sich dann auch durch eine Namensplakette personalisieren. Sicherlich werden einige Opernfans eine solche Patenschaft unterm Weihnachtsbaum finden, kann die Patenschaft doch auch Familie oder Freunden gewidmet werden.

„Der Pate fördert Neuproduktionen, die Staatskapelle Berlin und die Junge Staatsoper. Also Musiktheater auf höchstem internationalen Niveau“, so Maas weiter. Neben dem guten Gefühl, einen wichtigen Teil des Berliner Kulturguts zu unterstützen, erhält der Pate einer der Stühle der ersten Kategorie auch eine Dankesurkunde, eine Einladung zu einem Probenbesuch und zu einer Führung vor der Wiedereröffnung, er erhält Vorbuchungsrecht für die Eröffnungssaison und eine Mitgliedschaft im Verein der Freunde und Förderer für ein Jahr als Förderer.

100 Mitglieder mehr als 2015

Insgesamt können Patenschaften in drei Kategorien übernommen werden, in der ersten Kategorie kostet eine Patenschaft 5000 Euro, in der zweiten 2000 Euro und in der dritten 1000 Euro. „Es ist einfach absolut beeindruckend, wie stark die Beteiligten der Staatsoper verbunden sind. In diesem Jahr verzeichnen wir sogar 100 Mitglieder mehr als 2015. Mit der Wiedereröffnung kommt sicher noch ein großer Schub dazu“, sagt Maas.

Auf die wurde bisher 75 Monate lange gewartet, wenn alles nach Plan verlaufen sollte, werden es nur noch elf weitere Monate sein, die sich die Fans der Staatsoper Unter den Linden gedulden müssen. Bei der Baustellenbegehung sah man jedenfalls schon in zufriedene Gesichter.