Überraschung

Putzen für mehr Durchblick der BVG-Kunden

Aktion wirbt für die Vorteile eines Fahrradgesetzes. In Charlottenburg gab es für Fahrgäste einen besonderen Empfang.

Busputz-Flashmob für eine fahrradfreundliche Stadt. Den Passagieren gefällt das

Busputz-Flashmob für eine fahrradfreundliche Stadt. Den Passagieren gefällt das

Foto: David Heerde

Die meisten Fahrgäste fanden es witzig. Aktivisten des Volksentscheids Fahrrad rollten ihnen am Sonnabendmittag an der Haltestelle Ecke Kurfürstendamm/Uhlandstraße den roten Teppich aus. „Damit wollen wir zeigen, dass wir für Verbesserungen für den gesamten Umweltverbund kämpfen“, sagte Aktivistin Lena Osswald. „Die Fahrgäste sollen sehen, dass sie von einem Radgesetz in Berlin profitieren. Es macht den Busverkehr und den ÖPNV schneller, pünktlicher und zuverlässiger.“

Trennung von Bus- und Radspuren

Die Busfahrer blieben ruhig sitzen, während junge Männer und Frauen in weißen Maleranzügen als Flashmob die Scheiben des Busses putzten. Für „den besseren Durchblick bei den BVG-Kunden und Kundinnen“. In nur kurzer Zeit hatte ein Bündnis etwa 100.000 Unterschriften für den Volksentscheid gesammelt. Die künftigen Koalitionäre von Rot-Rot-Grün signalisierten inzwischen, die Forderungen weitgehend zu erfüllen. SPD, Linke und Grüne verständigten sich darauf, bis zum Frühjahr 2017 ein Mobilitätsgesetz auf Grundlage des vom Fahrrad-Volksbegehren vorgelegten Gesetzes zu verabschieden.

Das vom Volksentscheid vorgelegte erste Berliner Radverkehrsgesetz sieht die Trennung von Bus- und Radspuren vor. „Sie beschleunigt den Busverkehr und mache ihn pünktlicher“, so die Initiatoren. Grüne Wellen für Radfahrer sollen Busvorrangschaltungen vorsehen und so auch die Busfahrzeiten verkürzen. Am meisten überzeugte eine ältere Dame, die beim Aussteigen aus dem x10 von der Aktion überrascht wurde, ein Argument: Gute Radwege locken die Radfahrenden vom Gehweg.