Schuldneratlas

370.000 Berliner können ihre Schulden nicht mehr begleichen

In Berlin ist die Überschuldungsquote von Privatpersonen nur marginal zurückgegangen. Schulden-Metropole bleibt Bremen.

Ein Schuldnerberater spricht  in der Schuldnerberatungsstelle der Caritas mit einer jungen Frau

Ein Schuldnerberater spricht in der Schuldnerberatungsstelle der Caritas mit einer jungen Frau

Foto: David Ebener / dpa

In Berlin ist die Zahl der überschuldeten Menschen prozentual leicht gesunken. Rund 370 000 Menschen waren am 1. Oktober 2016 finanziell nicht mehr in der Lage, ihre Schulden zu begleichen, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Schuldneratlas der Wirtschaftsauskunftei Creditreform hervorgeht. Das entspreche einer Überschuldungsquote von 12,74 Prozent im Vergleich zu einem Wert 12,99 Prozent im Vorjahr und 13,02 Prozent im Jahr 2014.

„Trotz der Abnahme sind die Veränderungen marginal. Strukturelle Veränderungen sind nicht zu erkennen“, sagte Ralf Zirbes, Geschäftsführer der Creditreform Boniversum GmbH. Berlin bilde zusammen mit Bremen noch immer das Schlusslicht im Vergleich der Bundesländer. Auch in der Hansestadt ging die Übberschuldungsquote ganz leicht zurück, liegt nun bei 14,01 Prozent.

Die stärksten Anstiege verzeichnen in diesem Jahr Baden-Württemberg (8,34 Prozent; + 0,25 Punkte), Bayern (7,35 Prozent) und Sachsen (9,89 Prozent; beide + 0,24 Punkte). Diese drei Bundesländer und Thüringen (9,24 Prozent; + 0,16 Punkte), bleiben unterhalb der Überschuldungsquote für ganz Deutschland.

Derzeit sind mehr als 6,8 Millionen Bürger über 18 Jahre verschuldet und haben Probleme, ihre Rechnungen zu begleichen. Dies entspricht einer Überschuldungsquote von 10,06 Prozent.