Weihnachten in Berlin

Der Weihnachtsbaum an der Gedächtniskirche steht

In knapp zwei Wochen öffnen die Berliner Weihnachtsmärkte ihre Tore. Auch die City-West hat schon ihren traditionellen Weihnachtsbaum.

Der schönste Baum der Stadt: Oberweihnachtsmann Frank Knorre preist das tadellose Exemplar mit überschwänglichen Worten

Der schönste Baum der Stadt: Oberweihnachtsmann Frank Knorre preist das tadellose Exemplar mit überschwänglichen Worten

Foto: Thomas Schubert

Üppig grün, fünf Tonnen schwer, bald behangen mit 9000 Kugeln: Zwischen Turmruine und Gedächtniskirche steht jetzt ein Weihnachtsbaum, der selbst Perfektionisten überzeugt.

Drei Stunden Arbeit kostete allein die Fällung. Dann wechselte die 25 Meter hohe Douglasie in die Horizontale, ließ sich festschnallen auf der Pritsche eines Lasters. Und obwohl der Breitscheidplatz als neuer Standort feststand, blieb der neue City-West-Weihnachtsbaum über Nacht dort, wo er herkommt: am östlichen Stadtrand in Mahlsdorf.

Am Morgen danach: Der Schwertransport bahnt sich seinen Weg mitten durch das Herz Berlins. Verkehrsbehinderungen und eine Teilsperrung am Kurfürstendamms – das ist Preis der Verpflanzung des Prachtstücks vor die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche mit Hilfe eines Krans.

Erstmals seit Jahren steht der Baum für den Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz nicht mehr vor dem Zoofenster-Hochhaus, sondern wieder dort, wo er hingehört: Exakt zwischen der Turmruine und dem Neubau der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche auf dem Podium des Platzes.

„Ein echte Perle“, freut sich Michael Roden vom Berliner Schaustellerverband über den Coup. 100 Bewerbungen von möglichen Baumspendern gab es – nur das beste Exemplar war Roden gut genug. „Dieses Prachtstück steht voll im Saft. Man wird in Berlin kaum ein vergleichbares finden.“

Auch Martin Germer, Pfarrer der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, kann sich über die Auswahl nur lobend äußern. „Ein richtiger Glücksfall“, preist er die Douglasie. „Als ich die ersten Bilder sah, dachte ich, dieser Baum passt kaum zwischen Kirche und Turm und verstellt den Weg.

Pfarrer Germer sehnte den Baum herbei

Meine Angst war, dass man den Eingang der Kirche nicht mehr findet.“ Doch mit einem leichten Beschnitt passt es dann doch. Dass die Aufstellung am Traditionsstandort auf dem Kirchenpodium wieder gelingt, hatte Germer seit Jahren herbeigesehnt.

„Wie ich in meinem Lied vom kleinen Tannenbaum immer singe: Das ist der schönste Baum in der ganzen Stadt“ begeistert sich Oberweihnachtsmann Frank Knorre über die prächtigste Bescherung seit Jahren.

In der Tat: Nach Weihnachtsbäumen aus Schrott, schmächtigen Krücken, die nur als Elefantenfutter taugten, und einem Exemplar mit zwei Wipfeln im vergangenen Jahr ist die geschenkte Douglasie aus dem Mahlsdorfer Garten der Familie Starick ein Baum aus dem Märchenbuch. Da fiel dem 25-köpfigen Helferteam des Schaustellerverbands der mühsame Transport gleich etwas leichter.

Zunächst dürfen Berliner das Gehölz im schmucklosen Naturzustand bewundern. Erst nach und nach übernimmt dann Lichtkünstler Andreas Boehlke die Anordnung von 9000 schillernden Kugeln und sagenhaften 50.000 Lichtern. So viel sei verraten: Den wichtigsten Akzent setzt dabei ein kühles Weiß.

Bis der 33. Weihnachtsmarkt der AG City auf dem Breitscheidplatz offiziell startet, geht allerdings noch einige Zeit ins Land. Backfisch, Krapfen und Glühwein erhält man traditionell erst nach dem Totensonntag am Montag, 21. November.

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