Neue Strategie

Berlin will Geld nur noch bei sauberen Unternehmen anlegen

Kein Öl, keine Waffen, keine Atomkonzerne - Berlin will künftig nur noch in „saubere“ Unternehmen investieren und wäre damit Vorreiter.

Dampfende Kühltürme des Braunkohlekraftwerkes Jänschwalde - Berlin will künftig kein Geld mehr bei Unternehmen anlegen, die fossile Energieträger nutzen

Dampfende Kühltürme des Braunkohlekraftwerkes Jänschwalde - Berlin will künftig kein Geld mehr bei Unternehmen anlegen, die fossile Energieträger nutzen

Foto: Patrick Pleul / dpa

Auf 823 Millionen Euro belaufen sich derzeit Berlins Rücklagen zur Alterversorgung von Beamten. Bis zu 15 Prozent des Geldes dürfen bisher auch in Aktien angelegt werden. Das Land kauft aber nicht Anteile einzelner Unternehmen, sondern steckt das Geld in Indexfonds, die an den Börsen gehandelt werden.

Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) will nun zwei externe Dienstleister beauftragen, einen neuen Index von Unternehmen zusammenzustellen. Diese müssen dann bestimmte Anforderungen erfüllen, dürfen zum Beispiel nicht mehr fossile Brennstoffe wie Kohle und Öl fördern. Auch Atomkonzerne, Waffenproduzenten und Firmen, die bestimmte Sozialstandards unterlaufen, sollen künftig außen vor bleiben.

Angesichts der niedrigen Zinsen gibt es Kollatz-Ahnen zufolge auch Überlegungen, den Aktienanteil auf 25 Prozent zu steigern. Der Rest soll wie bisher konservativ angelegt werden, insbesondere in Bunddesanleihen.

Nach seinen Worten ist Berlin mit dem neuen Ansatz Vorreiter der Bundesländer, lediglich einige Städte wie Stuttgart oder Münster gingen bereits so vor. Das Modell werde Nachahmer finden, zeigte sich Kollatz-Ahnen überzeugt. „Wir haben bereits Nachfragen von mehr als einem Bundesland.“

Ziel sei es, das Vermögen in der Rücklage zu vermehren, aber mit öffentlichem Geld auch nachhaltige Anlagestrategien zu verfolgen, fügte Berlins Kassenhüter hinzu. Verwaltet werden soll die Rücklage des Landes auch künftig von der Bundesbank.