Demo am Brandenburger Tor

Berliner Kurden demonstrieren gegen Festnahmen in der Türkei

Bundesweit gehen Kurden aus Protest nach den nächtlichen Razzien gegen Oppositionspolitiker in der Türkei auf die Straße.

Kurden demonstrieren am Brandenburger Tor

Kurden demonstrieren am Brandenburger Tor

Foto: Thomas Peise

Jeweils Hunderte Kurden haben am Freitag in mehreren deutschen Großstädten gegen die Festnahmen kurdischer Oppositionspolitiker in der Türkei demonstriert. Die Kundgebungen unter anderem in Frankfurt, Stuttgart und Hamburg verliefen nach Angaben der Polizei friedlich. Zu einer am Samstag geplanten Demonstration in Köln erwarten die Veranstalter nach eigenen Angaben 10.000 bis 15.000 Teilnehmer.

In Berlin versammelten sich am Freitagabend erneut mehrere Hundert Menschen am Brandenburger Tor. Die Berliner Polizei sprach von rund 700 Teilnehmern bei der Kundgebung. Sie forderten Freiheit für Abgeordnete der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP. Anschließend wollten die Demonstranten über die Straße Unter den Linden zum Schinkelplatz ziehen.

Schon vergangene Nacht kamen am Alexanderplatz in Mitte nach Polizeiangaben etwa 150 Personen zusammen. Gegen 1.20 Uhr bis etwa 2.40 Uhr blockierten Demonstranten die Alexanderstraße. Es kam dabei zu einem Wortgefecht mit einem Taxifahrer, der die Straße passieren wollte. Einige Teilnehmer der Spontan-Demo traten daraufhin mehrfach gegen den Wagen. Ordner und Polizisten konnten die Lage jedoch beruhigen. Die Beamten waren mit einer Hundertschaft vor Ort.

In Frankfurt zogen am Freitag rund 500 Menschen vom türkischen Generalkonsulat in die Innenstadt. In Hamburg sprach die Polizei von etwa 400 bis 500 Teilnehmern, die sich in der Nähe des Hauptbahnhofs versammelten. Auch in Stuttgart starteten rund 300 Demonstranten vom türkischen Generalkonsulat zu einem Protestzug in die Innenstadt.

Zwar seien viele Kurden bereits in der Nacht bei Spontan-Demos aufgebracht gewesen, die Proteste verliefen aber friedlich und ohne Störungen, teilte die Polizei mit.