Berlin

Snacks, hauchdünn und knusprig

Umweltschonend: Bezirk zeichnet fünf Unternehmen mit Green Buddy Award aus

Ananas mit krummen Blättern, Äpfel mit kleinen Druckstellen, reife Mangos – viele Früchte mit kleinen Fehlern werden aussortiert und kommen nur wegen ihrer Schönheitsfehler erst gar nicht in den Handel. Das Berliner Start-up-Unternehmen Dörrwerk hat daraus eine Geschäftsidee gemacht. Es rettet Obst und Gemüse, das aus optischen Gründen den Weg zum Verbraucher nicht findet, und verarbeitet es in seinem Betrieb im Marienpark in Mariendorf zu gesunden Snacks.

Fruchtpapier heißt die Innovation. Hauchdünn, knusprig und 100 Prozent Obst. Am Donnerstagabend wurde die Dörrwerk GmbH dafür mit dem Green Buddy Award des Bezirks Tempelhof-Schöneberg ausgezeichnet. Neben vier weiteren Unternehmen, die für ihr umweltschonendes, nachhaltiges Handeln mit dem Umweltpreis Green Buddy Award 2106 in feierlichem Rahmen auf dem Euref-Gelände in Schöneberg geehrt wurden. „Faszinierend, wie kleine Firmen mit einer Nischenidee viele begeistern, sodass es sich trägt und auch wächst“, sagte Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD), die den Preis zusammen mit der Wirtschaftsförderung des Bezirks vergibt. Im Gegensatz zu vielen anderen Preisen, bei denen die Gewinner vorab diskret über die Ehrung informiert werden, ist es bei diesem Umweltpreis anders. „Wir verraten die Gewinner wirklich erst an dem Abend“, sagte Schöttler.

Durch Moos soll Feinstaub in der Stadt gebunden werden

Der diesjährige Green Buddy Award wird zum sechsten Mal verliehen. Eine Jury – bestehend aus Vertretern der IBB Berlin, der BSR, der IHK, der Euref AG, der Technologiestiftung Berlin, der Hochschule für Wirtschaft und Recht, des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg und von Berlin Partner – hat die fünf Gewinner ausgewählt. Jeder wird mit einem Buddy Bären, der von der Buddy Bär Berlin GmbH für die Unternehmen gestaltet und zur Verfügung gestellt wird, und einem Preisgeld in Höhe von 2000 Euro ausgezeichnet. Für das Dörrwerk hatte die BSR das Preisgeld als Pate übernommen.

Zweiter berlinweiter Gewinner ist die Firma Green City Solutions aus Mitte. Sie gewann in der Kategorie „Smart Cities Lösungen“. Das Preisgeld stifteten die IBB und Berlin Partner. Ausgezeichnet wurde der CityTree der Firma. Mit diesem Stadtbaum, eine mobile grüne Wand, soll durch Moos und andere Pflanzen der Feinstaub von bis zu 417 Autos gebunden werden.

Die Preise für die drei Auszeichnungen von Firmen im Bezirk stifteten die Euref AG, die Stiftung Denkmalschutz sowie das Umweltamt des Bezirks. Gewinner sind die Firma akku-wechsel.de aus Lichtenrade. Sie tauscht fest verbaute Akkus in Geräten aus, für die der Hersteller einen Akku-Wechsel nicht vorgesehen oder bautechnisch erschwert hat.

Weitere Preisträger sind das Maschinenbauunternehmen GE Energy Power Conversion GmbH aus Marienfelde, das 700 Mitarbeiter beschäftigt und für seine umweltschonende und energiesparende Produktion ausgezeichnet wurde, sowie die Telekom Innovation Laboratories und PASM für die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes an der Winterfeldt­straße 21 in Schöneberg. Ein Teil der Wärme aus dem dortigen Blockheizkraftwerk wird an die Spreewald-Grundschule geliefert, wodurch beide Liegenschaften ökonomische Vorteile haben. Außerdem wird durch das Projekt die Energie effizienter genutzt.