Potsdam

Brandenburg sagt Intoleranz den Kampf an

Potsdam.  Brandenburgs Landesregierung will sich stärker gegen Rechtsextremismus engagieren. „Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus und Intoleranz sind nach wie vor eine große Gefahr für die Gesellschaft“, erklärte der Chef der Staatskanzlei, Thomas Kralinski (SPD), am Donnerstag bei einer Demokratiekonferenz in Potsdam. Er verwies darauf, dass es in Brandenburg vergangenes Jahr fast 1600 Fälle rechtsmotivierter Kriminalität gegeben habe. „Das können und das wollen wir so nicht stehen lassen“, sagte der Staatssekretär vor rund 90 Teilnehmern.

Bei der Konferenz berieten Experten, wie jährlich rund 2,3 Millionen Euro aus zwei Bundesprogrammen am besten genutzt werden können. Die Programme sollen verzahnt und die Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene verstärkt werden, sagte der kommissarische Leiter des Vereins Demokratie und Integration Brandenburg, Markus Klein.

Eine große Herausforderung für die kommenden Jahre sei die Integration von Flüchtlingen, sagte Klein. „Wie schaffen wir es, die Leute ins Gemeinwesen zu integrieren?“ Das zweite große Themenfeld sei die Polarisierung der Gesellschaft. Ein Teil der Menschen stehe ein für eine offene Gesellschaft, ein Teil sehe in der Zuwanderung dagegen eine Gefahr. Ziel müsse es sein, wieder ins Gespräch zu kommen, sagte Klein. „Wir dürfen vor Ort nicht sprachlos sein.“ Auf der Konferenz berichteten Vertreter von Projekten auch von ihren Erfahrungen vor Ort. Ein Thema sei das Spannungsfeld gewesen, dass auf Bundesebene über eine stärkere Abschottung gegen Flüchtlinge diskutiert werde, während sich vor Ort oftmals Ehrenamtliche für eine bessere Integration einsetzten. „Das macht die Arbeit nicht einfacher“, sagte Klein. Der Verein Demokratie und Integration Brandenburg war vor zehn Jahren gegründet worden.

( dpa )