Nach Straftaten

Geschäfte nehmen Horrorclown-Masken aus dem Sortiment

In Berlin und bundesweit nehmen Kostümhändler „Horrorclown“-Masken aus dem Sortiment. Andere verkaufen sie bewusst weiter.

Eine Verkäuferin zeigt eine gruselige Clown-Maske in einem Geschäft

Eine Verkäuferin zeigt eine gruselige Clown-Maske in einem Geschäft

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Mehrere Anbieter nehmen sogenannte „Horrorclown“-Masken aus ihrem Sortiment. Bundesweit zählen dazu große Ketten wie Kaufhof oder Karstadt, in Berlin will auch etwa der Kostümladen „Die Wunderwerkstatt“ keine solchen Masken mehr verkaufen. Dieser habe dort den Verkauf bereits vor zehn Tagen eingestellt. Andere Berliner Läden bieten die Masken weiterhin an.

Nach Kaufhof strich auch Karstadt entsprechende Masken und Kostüme aus dem Sortiment, wie eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Am Mittwoch waren die „Horrorclown“-Masken und -Kostüme noch in einem Werbe-Prospekt abgedruckt, der mehreren Zeitungen beilag. In der Online-Version waren die entsprechenden Seiten am Donnerstag nicht mehr zu finden.

Galeria Kaufhof hatte die Horror-Clown-Maske „aufgrund der aktuellen Ereignisse“ bereits am Montag bundesweit aus dem Verkauf genommen, wie ein Kaufhof-Sprecher mitteilte. Der Kostümgroßhändler Deiters hingegen verkauft die Masken weiterhin. „Wir haben die Grusel-Clowns schon immer im Sortiment. Sie machen aber nur einen geringen Anteil bei uns aus“, sagte Geschäftsführer Björn Lindert.

"Nicht die Masken sind das Problem, sondern die Menschen"

Er habe zu den Vorfällen eine klare Meinung: „ Nicht die Maske ist das Problem, sondern in diesen Fällen die kranken Menschen, die dahinter stecken“, sagte er der Berliner Morgenpost. „Ein Verbot ist deshalb auch keine Lösung, sondern nur Effekthascherei. Seit den Vorfällen mit den Masken geht der Absatz ohnehin gegen Null.“

„Mask World“ hingegen verkauft die Gruselclown-Masken auch weiterhin. Anett van Buer, Pressesprecherin des Ladengeschäfts an der Oranienburger Straße in Mitte, sagte der Berliner Morgenpost: „Wir haben uns ganz bewusst entschieden, Grusel-Clown-Masken nicht aus dem Sortiment zu nehmen. Sie gehören seit Jahren zu Halloween und sind eine schöne Abwechslung zu anderen Grusel-Verkleidungen, etwa Zombies. Wir gehen davon aus, dass unsere Kunden verantwortungsbewusst mit diesen Masken umgehen.“

De Maizière will „hart und mit null Toleranz“ gegen Horrorclowns vorgehen

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hatte ein entschlossenes und rasches Vorgehen gegen Horror-Clowns gefordert. Man müsse „solche Entwicklungen möglichst früh bekämpfen und den Tätern hart und mit null Toleranz entgegentreten. Sonst fühlen sich Nachahmer möglicherweise auch noch ermutigt“, sagte der CDU-Politiker der „Freien Presse“ (Freitag) in Chemnitz. „Wenn Menschen massiv mit Gewalt bedroht werden, kann das strafbar sein“, fuhr de Maizière fort, „das hat nichts mehr mit harmlosen Halloween-Bräuchen zu tun.“

Angesichts der bundesweit wachsenden Zahl von Zwischenfällen forderte der Minister Betroffene auf, Strafanzeige zu stellen, „damit die Polizei dem nachgehen und die Justiz gegebenenfalls möglichst schnelle Urteile fällen kann“.

"Auch Notwehr hat ihre Grenzen"

Vor allem in den vergangenen Tagen war die Zahl teils folgenreicher Attacken durch die Clowns deutlich gestiegen. Die Gewerkschaft dere Polizei (GdP) äußerte Verständnis für Opfer, die sich gegen die Angriffe verteidigten. „Wenn ein Horror-Clown mit einem Baseballschläger um die Ecke kommt, dann muss er damit rechnen, dass ich mich wehre“, sagte der NRW-Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Arnold Plickert. „Das ist nichts anderes als Notwehr. Dafür habe ich Verständnis.“

Zwar sei eine solche Abwehr erlaubt, selbst wenn der Angreifer verletzt werde. Dennoch dürfe das Maß nicht aus dem Auge verloren werden, schränkte Plickert ein. „Auch Notwehr hat ihre Grenzen“, sagt er. „Wenn ich mit einer erhobenen Faust erschreckt werde, kann ich den Täter nicht erschießen“. Zuletzt hatten sich bei einigen der rund 200 bereits gemeldeten Vorfälle die Opfer gewehrt, unter anderem mit einem Hammer und der Faust. mit dpa