"Liebling Kreuzberg"

Schauspieler Manfred Krug im Alter von 79 Jahren gestorben

Manfred Krug ist tot. Der Schauspieler starb im Alter von 79 Jahren in Berlin. Das berichtet die Zeitung Bild.

Schauspieler und Sänger Manfred Krug ist tot

Der Schauspieler und Sänger starb im Alter von 79 Jahren in Berlin. Er wurde in der DDR mit dem regimekritischen Film "Spur der Steine" zur Legende. Später begeisterte er in der Serie "Liebling Kreuzberg" ein Millionen-Publikum.

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Der Schauspieler Manfred Krug ist tot. Er starb am vergangenen Freitag im Alter von 79 Jahren friedlich im Kreise seiner Familie in Berlin, wie sein Management am Donnerstag mitteilte. „Er wünschte sich eine Bestattung im engsten Familienkreis.“

Auch als Jazz-Sänger und Autor feierte Krug Erfolge

Krug, der im Ruhrgebiet geboren wurde, wurde in der DDR mit dem regimekritischen Defa-Film "Spur der Steine" zur Legende. Seine erste TV-Rolle im Westen hatte er als Fernfahrer in der Serie „Auf Achse“. In der Serie "Liebling Kreuzberg" begeisterte er Jahre später als Anwalt ein Millionen-Publikum.

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Seine Rolle als "Tatort"-Kommissar Stoever an der Seite von Charles Brauer (1984-2001) wurde ebenfalls zum Kult. Auch als Jazz-Sänger und Autor feierte Krug große Erfolge.

Krug hatte die DDR 1977 verlassen und lebte seitdem in Berlin-Schöneberg und Charlottenburg. Anstoß zur Ausreise aus der DDR war für den damals 40-Jährigen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann. Seit 1963 war er mit Ottilie Krug verheiratet. Gemeinsam haben sie drei Kinder, Krug hat noch eine weitere Tochter.

Trauer in Berlin

Am Donnerstagnachmittag kondolierte Berlins Regierender Bürgermeister MIchael Müller (SPD). "Wir verdanken diesem großartigen Schauspieler viele unterhaltsame und anregende Stunden", sagte er in einer Pressemitteilung. Seine große Leistung liege darin, dass er erst in Ost, dann in West und schließlich in ganz Deutschland ein Star geworden sei. "Manfred Krug ist ein Berliner aus Duisburg, unsere Stadt hat ihm viel bedeutet, und er bedeutet uns viel. Berlin trauert um einen offenen, ehrlichen und direkten Mitmenschen und Mitbürger von Format."

Der CDU-Politiker Frank Henkel sagte: " Ich verneige mich vor dem großen Schauspieler Manfred Krug, der durch künstlerische Präzision und persönliche Gradlinigkeit überzeugt hat."

Manfred Krug fragt sich, ob er wohl in den Himmel kommt

Noch im Februar hatte Krug den Filmpreis "Paula" erhalten. Müller würdigte ihn damals mit den Worten: "Manfred Krug ist in allen Systemen über die Epochen hinweg ein Mensch und Bürger mit Ecken und Kanten, mit Meinung und Haltung geblieben." Krug hatte sich anders als viele Schauspielerkollegen mit dem Rentenalter aus dem Geschäft zurückgezogen. Gesundheitliche Warnschüsse wie ein Schlaganfall 1997 in seiner Berliner Wohnung, von dem er sich ironischerweise in einer Rehaklinik auf dem Gelände der einstigen „SED-Bonzensiedlung“ Wandlitz erholte, hatte Krug denn doch nicht ganz ignorieren wollen. „Ich habe nichts zu jammern“, sagte Krug im April 2013, als er an der Seite seiner Frau Ottilie im Roten Rathaus in Berlin das Bundesverdienstkreuz bekam.

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