Berlin

Charité eröffnet neue Rettungsstelle in Mitte

Notaufnahme mit einem Reanimationsraum und eigenem CT für 60.000 Patienten pro Jahr

Die Charité scheut ehrgeizige Projekte nicht, wie sich an der Sanierung des Bettenhochhauses auf dem Campus Mitte zeigt. Ein solches Vorhaben stand auch am Mittwoch an: der Umzug der zentralen Notaufnahme bei laufendem Betrieb. Notfallpatienten werden seit Mittwochnachmittag in der neuen Rettungsstelle an der Philipp-straße 10 behandelt. Die Anfahrt, auch für den Rettungsdienst, erfolgt über Hannoversche Straße und Philippstraße.

Die Rettungsstelle ist der erste Bereich, der im Notfallzentrum der Charité Mitte seinen Betrieb aufnimmt. Der nach dem Mediziner Rudolf Nissen benannte Neubau wurde im September fertiggestellt. Die bisherige Notaufnahme an der Luisenstraße ist nun geschlossen. Das Gebäude soll saniert und neues Domizil des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung (BIG) werden.

Die neue Rettungsstelle ist kompakt konstruiert, die alte war eher ein Schlauch. Nun können die drei Patientengruppen über drei Flure klar getrennt werden: Schwerverletzte, Menschen, die ambulant behandelt werden können, und Patienten, die vorübergehend aufgenommen werden und im Bett auf eine diagnostische Maßnahme warten. Diese Aufnahmestation verfügt über neun Betten, davon zwei für infektiöse Patienten. Die neue Rettungsstelle ist mit einem Schockraum und einem eigenen CT ausgestattet. 50 Notfallpatienten könnten gleichzeitig behandelt werden, sagte Professor Martin Möckel, Ärztlicher Leiter der Notfallmedizin an den Charité-Standorten Mitte und Virchow. Bei einer Katastrophe könnten 20 weitere Betten aufgestellt werden.

Pro Schicht seien acht Pflegekräfte und vier bis fünf Ärzte, Internisten und Chirurgen, in der Notaufnahme tätig. Andere Fachärzte würden bei Bedarf hinzugezogen, so Möckel. Der Wartebereich umfasst etwa 40 Sitzplätze, neu ist ein Liegendwartebereich mit acht überwachten Betten. Die Rettungsstelle ist auf eine Kapazität von rund 60.000 Behandlungen pro Jahr ausgelegt.

Im östlich vom Bettenturm gelegenen Notfallzentrum sind neben der Rettungsstelle mehrere Intensivstationen mit insgesamt 71 Betten sowie 15 Operationssälen, davon zwei Hybrid-OPs mit integrierter Bildgebung, untergebracht. Diese Bereiche sollen bis Jahresende in Betrieb gehen.

Der Neubau macht mit knapp 7800 Quadratmeter Nutzfläche mehr als ein Drittel des größten Bauprojekts des Universitätsklinikums aus. 202,5 Millionen Euro sind für das gesamte Vorhaben veranschlagt. 70 Millionen Euro fließen in das Notfallzentrum, der Rest in die Sanierung des Bettenhochhauses, das Ende dieses Jahres fertiggestellt sein soll. Neubau und Sanierung liegen, wie alle Bauprojekte des Universitätsklinikums in jüngerer Zeit, im Zeit- und Kostenplan.

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