Intelligenz

Neue Konferenz bietet Wissenschaft für Laien und Experten

Am 1. November beginnt die erste Berlin Science Week. Dabei geht es auch um Kühe und Monarchen

Physiker Jürgen Mlynek, Koordinator der Berlin Science Week

Physiker Jürgen Mlynek, Koordinator der Berlin Science Week

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Zehn Tage lang soll Berlin kluge Köpfe aus aller Welt anziehen und für Klarheit darüber sorgen, auf welchem Wissenstand sich die Menschheit im Jahr 2016 befindet. Erstmals startet ab dem 1. November die Berlin Science Week. Es geht etwa um Quantensprünge, die Überreste eines britischen Monarchen und rücksichtslose Nutztierhaltung.

Die Reihe bündelt 38 Veranstaltungen von rund 40 Institutionen. Dazu zählen neue aber auch bereits etablierte Termine des Berliner Wissenschaftskalenders. Diskutiert, doziert und dokumentiert wird da an so unterschiedlichen Orten wie dem Musikclub Lido in Kreuzberg und der Spanischen Botschaft in Tiergarten. Während es auch exklusive Expertenrunden gibt, sind 24 Programmpunkte öffentlich.

Die Senatsverwaltung Bildung, Jugend und Wissenschaft fördert die Science Week, die Koordination übernimmt die gemeinnützige Falling Walls Stiftung aus Berlin, Cheforganisator ist Physiker Jürgen Mlynek von der Humboldt Universität. Zwar gibt es international genug Konferenzen, bei denen sich Wissenschaftler austauschen. Ziel der neuen Berliner Tagung jedoch sei es, so Sprecherin Lucie Menz, Fachleute verschiedener Disziplinen zusammen zu bringen und für Austausch und Vernetzung zu sorgen. Während die „Lange Nacht der Wissenschaft“ nach außen hin Berliner Akteure und Einrichtungen vorstelle, werde die Science Week internationale Wissenschaftler in die Stadt holen und für Begegnungen mit hiesigen Kollegen sorgen.

Mit Queen Elisabeth II. fing es an

Das Angebot ist abwechslungsreich. Die Technische Universität bittet mit British Council und britischer Botschaft ins Auditorium Maximum zur „Queen’s lecture“. Die Vortragsreihe begann 1965 mit dem Berliner Besuch von Königin Elisabeth II. In diesem Jahr geht es um Ausgrabungen in der Stadt Leicester, bei der Knochen Richard III. gefunden worden. Die renommierte Wissenschaftlerin Turi King leitete jenes Forschungsteam, das die DNA der mehr als 500 Jahre alten Überreste analysierte.

Berliner Studierende und Nachwuchswissenschaftler machen sich beim Science Slam daran, dem kritischen Publikum nach Vorbild der Poetry Slams ihr Fach auf möglichst fesselnde Weise darzustellen. Sie haben für ihre Präsentation zehn Minuten Zeit. In der Französischen Botschaft wird eine Dokumentation des Senders Arte gezeigt, der den Umgang des Menschen mit Rindern darstellt.

Die Konferenz dringt bis nach Potsdam vor wenn es bei einem öffentlichen Vortrag am dortigen Institute for Advanced Sustainability Studies um den Klimawandel geht und darum, wie das Thema in die Unterhaltungskultur einfließt, etwa in den beliebten Fernsehserien „The Walking Dead“ und „Daredevil“. Auch Auszeichnungen werden im Rahmen der Veranstaltungsreihe verliehen. So vergibt der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am 7. November in der Senatskanzlei zum 9. Mal den Wissenschaftspreis. Programm, Anmeldeadressen und Eintrittspreise sind unter berlinscienceweek.com zu finden.