Sprache auf Schulhöfen

Staatsministerin lobt Deutschpflicht an Berliner Schule

Der Türkische Bund fordert die Abschaffung der Deutschpflicht an der Hoover-Schule. Integrationsbeauftragte Özoguz weist dies zurück.

Ein Anti-Gewalt-Training an der Herbert-Hoover-Schule in Wedding. Hier gilt seit 2006 eine Deutschpflicht auf dem Schulhof

Ein Anti-Gewalt-Training an der Herbert-Hoover-Schule in Wedding. Hier gilt seit 2006 eine Deutschpflicht auf dem Schulhof

Foto: Christian Schroth

Die Debatte um Deutschpflicht auf Schulhöfen nimmt neue Fahrt auf. Jahrelang hatte sich niemand daran gestört, dass die Herbert-Hoover-Schule in Wedding 2006 eine Vereinbarung getroffen hatte, dass auch in den Pausen auf den Schulhof nur Deutsch gesprochen werden soll.

Mitten in den Berliner Koalitionsverhandlungen zwischen SPD, Linken und Grünen kocht das Thema wieder hoch - ausgelöst durch eine Pressemitteilung des Türkischen Bundes Berlin-Brandenburg (TBB), in der die Abschaffung der Deutschpflicht in Pausen oder in der Freizeit gefordert wird.

In einem Interview mit der "Welt" hatte TBB-Vorstandsmitglied Safter Çinar die Forderung konkretisiert: "Welche Sprache Kinder mit ihren Freunden sprechen, ist Privatsache. Mal abgesehen davon, dass es für so ein Gebot auch keine Rechtsgrundlage gibt." Es sei eine Respektlosigkeit gegenüber ausländischen Kindern, ihnen den Gebrauch ihrer eigenen Sprache in ihrer Freizeit zu verbieten.

In einem Interview mit dem "Spiegel" lobt nun die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), die Regelung an der Berliner Hoover-Schule. "Das ist vorbildliches, demokratisches, eigenverantwortliches Handeln."

Bezogen auf die Forderung des TBB sagt sie: "Ich finde es wenig hilfreich, wenn sich ein Verband dann von außen in so einen Prozess einmischt." Wenn Schulen eigene demokratische Lösungen fänden, sollten sich Politik und Verbände raushalten, so Özoguz.