Sparen

Jeder vierte Berliner leckt sein Geschirr vor dem Spülen ab

Die Berliner sind laut einer neuen Studie besonders kreativ, wenn es darum geht, im Haushalt Geld zu sparen.

Vorher ablecken nicht vergessen!

Vorher ablecken nicht vergessen!

Foto: CHROMORANGE / chromorange

Wenn es stimmt, dass Berlin "arm, aber sexy" ist, dann trifft "arm, aber ideenreich" mindestens genauso zu. Um die Kosten für Strom und Wasser zu drosseln, lassen sich die Deutschen vor allem in Berlin einiges einfallen.

Mit 63 Prozent sind die Berliner bundesweiter Spitzenreiter im nachts im Dunkeln auf's Klo gehen: Sie verzichten darauf, das Licht einzuschalten. Deutschlandweit machen das nur 45 Prozent. Das geht aus einer repräsentative Umfrage der Online-Plattform "RetailMeNot" anlässlich des Weltspartages Ende Oktober hervor.

Auch beim Wassersparen liegen die Hauptstädter weit vorn. In keinem anderen Bundesland wird das Geschirr so engagiert mit der Zunge "vorgespült", um beim Abwasch weniger Wasser zu verbrauchen: In Berlin macht das jeder Vierte (24 Prozent), deutschlandweit nur fast jeder Zehnte (neun Prozent). 16 Prozent der Hauptstädter nutzen zudem das Wasser ihrer Waschmaschine für die Toilettenspülung (in Gesamtdeutschland: Neun Prozent).

Insgesamt sparen Berliner vor allem bei den Stromkosten (90 Prozent), dann bei den Heizkosten (85 Prozent) und zuletzt beim Wasser (79 Prozent). Sie liegen damit knapp über dem Bundesdurchschnitt.

Doch nicht nur bei Nebenkosten wird gespart. 81 Prozent der Berliner geben an, Reparaturen im Haushalt selbst durchzuführen, anstatt einen Experten zu beauftragen (Bundesdurchschnitt: 74 Prozent). Diese Maßnahme ergreifen bundesweit übrigens in etwa genau so viele Frauen wie Männer.

Bei den Heizkosten sparen, ohne zu frieren – so geht's

In der Top Ten der Sparmaßnahmen finden sich alle möglichen Tricks und Kniffe, um den Geldbeutel zu schonen. Auf Platz eins steht das Tragen warmer Kleidung in den eigenen vier Wänden, um weniger heizen zu müssen, hier liegt Berlin genau im Durchschnitt (76 Prozent). Ein Fünftel der Bundesbürger verzichtet sogar komplett auf die Heizung (in Berlin: 34 Prozent).

Andere erhitzen Wasser vor dem Kochen im Wasserkocher (Platz drei) oder laden ihre Smartphones und Tablets außerhalb des eigenen Haushaltes auf (Platz sechs). Schlusslicht des Rankings ist der Ziegelstein im WC-Spülkasten, um weniger Wasser wegzuspülen. Berliner tun das mit 18 Prozent doppelt so häufig wie der Durchschnittsdeutsche.

Aktive Stromkunden sparen mehr

Die Umwelt interessiert die meisten dabei allerdings nur wenig. Nur jeder Dritte spart aus Umweltschutzgründen, zwei Drittel wollen ihren Geldbeutel schonen. Im Ländervergleich steht Berlin allerdings gut da: 40 Prozent sparen auch wegen der Umwelt. Nur in Bremen liegt dieser Wert mit 46 Prozent höher. Aus völlig freien Stücken geht dabei nicht jeder vor. 13 Prozent der Berliner geben an, von ihrem Partner zu den Sparmaßnahmen gezwungen zu werden, deutschlandweit sagen dies acht Prozent der Befragten.