Show

Tollkühne Kerle im Zirkuszelt

Laut, gefährlich und nicht ganz alltäglich: Am heutigen Freitag startet am Bahnhof Zoo das Gastspiel von „Flic Flac“. Elf Artisten versuchen dabei einen Rekord.

Gruppenfoto mit Quadriga: Dandino Garcia (3.v.r.) und seine Freunde auf ihren Motocross-Hondas

Gruppenfoto mit Quadriga: Dandino Garcia (3.v.r.) und seine Freunde auf ihren Motocross-Hondas

Foto: Massimo Rodari

Ein wunderbares Leben: Rund um die Welt reisen, allabendlich von Hunderten bejubelt werden und alles für kaum mehr als acht Minuten Arbeit täglich. Zugegeben, die kurze Dienstzeit verbringt man in einer mörderisch engen Kugel, umringt von neun Kollegen, die alle ihr Motorrad dabei haben und ohne Rücksicht auf Verluste kreuz und quer über die Stahlstreben rasen. „Man muss es halt mögen“, sagt einer von ihnen, Dandino Garcia, der ab Freitag mit seinen tollkühnen Männern im Rahmen der europäischen Action-Show „Flic Flac“ im Zelt am Bahnhof Zoo halsbrecherische Stunts zeigt.

54 Künstler sind dabei, von Artisten im riesigen frei schwebenden Hamsterrad bis zum Jongleur im Schottenrock. Dazu donnert eine Band im Hardrock-Sound, stürzt eine Solotänzerin ins gläserne Wasserbecken, sorgt ein Mann mit Flammenwerfer für heiße Einlagen.

Dandino Garcia ist Artist in dritter Generation

Die südamerikanischen Motorradfahrer sind Publikumslieblinge. Das kugelrunde Stahlgeflecht mit einem Durchmesser von 6,50 Metern befahren sie mit bis zu 70 Stundenkilometern. Der 41-jährige Dandino Garcia ist mit der Gefahr aufgewachsen. „Ich bin Artist in dritter Generation“, sagt der Venezolaner, der in Las Vegas lebt. „Was für andere Menschen furchteinflößend aussieht, ist für mich eine Frage der Kontrolle.“

So sei die Raserei unter der Zirkuskuppel nicht mehr als eine perfekt eingeprobte Choreografie – „nur eben auf Motorrädern“, sagt Garcia, Vater des zweijährigen Dante. Mit seiner Frau, der muskulösen langhaarigen Luciana, führt er bei „Flic Flac“ neben den Stunts noch eine romantisch geprägte Kraftnummer vor. Auf Rollschuhen.

Die Männer der Motorradtruppe fahren kein Riesenrad – zu gefährlich

Privat seien die Männer der Motorradtruppe eher ruhige Typen. „Wir grillen gern gemeinsam“, verrät Garcia. Und in ihrer Freizeit vermeiden sie Risiken. „Wir fahren zum Beispiel nicht Riesenrad. Das ist eine Gefahr, die man nicht kontrollieren kann.“

Machbar dagegen scheint ihm, während des Gastspiels in Berlin eine neue Höchstleistung zu vollbringen. „Statt mit zehn gehen wir mit elf Fahrern in die Kugel.“ Das brächte ihnen den Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde ein. „Für uns ist jeder überstandene Abend ein Sieg“, resümiert Garcia. „Ohne neue Herausforderungen wäre mein Leben doch langweilig.“

Flic Flac Hertzallee 41, Charlottenburg, Tickets 19-49 Euro, ermäßigt 15-44 Euro, Tickethotline: 01806 – 999 000 202 (20 Cent /Anruf aus dem dt. Festnetz, max.60 Cent/Anruf aus dem dt.Mobilfunknetz)