Online Buchung

„Taxi Berlin“: Traditionsunternehmen in Zugzwang

„Taxi Berlin“ ist Berlins größte Taxizentrale. Auf Konkurrenz reagiert das Unternehmen mit einer App, über die Kunden Taxis online buchen können.

Die Dachfirma „Taxi Berlin“ ist mit Abstand die größte Taxizentrale in Berlin

Die Dachfirma „Taxi Berlin“ ist mit Abstand die größte Taxizentrale in Berlin

Foto: picture alliance / dpa

Betrügerische Taxifahrer lauern an vielen Ecken in Berlin und zocken ahnungslose Fahrgäste ab. Meist handelt es sich um kriminelle Fahrer, die keiner Zentrale angehören und Fahrten anbieten, die in keiner Zentrale registriert werden. Daher ist es sowohl für Touristen als auch für Berliner ratsam bei einem seriösen Taxiunternehmen einen Fahrer zu bestellen. Die größte Taxiflotte in Berlin hat das Unternehmen „Taxi Berlin“.

030/202020 - „Taxi Berlin“

6.500 der knapp 8.000 Berliner Taxen mit insgesamt 15.000 Fahrern sind im Auftrag von „Taxi Berlin“ unterwegs. Hermann Waldner, Geschäftsführer der Taxizentrale „Taxi Berlin“ baute das Unternehmen seit 1978 im damaligen West-Berlin auf – anfangs saß er selbst am Steuer. Nach der Wende, 1990, kaufte er den Ost-Berliner Taxibetrieb „VEB Taxi“. Aus dem „VEB“ wurde „Spreefunk“. Dieses Unternehmen kaufte schließlich die Berliner Taxigenossenschaft „Taxifunk Berlin“. 2006 kam die Zentrale „Würfelfunk“ dazu.

Ein Taxi in Berlin online buchen

Darüber hinaus entwickelte Walder gemeinsam mit einem Wiener Unternehmen die App Taxi.eu, welche zum führenden Taxiportals Europas ausgebaut werden soll. In 100 Städten Europas sind rund 62.000 Taxis in das System integriert. Sechs Prozent aller Taxifahrten werden bereits mit dem Smartphone-Programm in Berlin gebucht.

Wenn ein Kunde der App ein Taxi in Berlin online bestellt hat, kann er die Anfahrt des Fahrzeugs live auf dem Display verfolgen. Darüber hinaus ist in der App ein Fahrpreis-Rechner integriert, die den Kunden informiert, wie teuer eine angegebene Fahrt im Durchschnitt ist.

Taxi.eu soll Mytaxi und Uber Konkurrenz machen

Taxiunternehmen haben es nicht leicht, denn junge Start-up-Firmen greifen das traditionelle Geschäftsmodell der Branche mit unterschiedlichsten Strategien und einem hohen Kapitaleinsatz an. Manche mit legalen Mitteln, andere auf verbotene Weise. Während das Hamburger Unternehmen „MyTaxi“ die Grenzen des geltenden Rechts anerkennt, versuchte „Uber“ sie mehrfach zu überschreiten.

Die Folge waren Gerichtsverfahren mit dem Ergebnis, dass nahezu alle Uber-Dienste in Berlin untersagt wurden. Das Unternehmen beschränkt sich deshalb derzeit auf die Vermittlung von Taxifahrten per App , womit man zwar kein Geld verdient, aber wertvolle Kundendaten generiert, die später einmal monetarisiert werden können .

Die zunehmende Konkurrenz durch Internet-Start-ups wie „Uber“ und „MyTaxi“ hat die Traditionsbranche auf Trab gebracht. Doch auch das traditionelle „Taxi Berlin“ lernt von den Start-up-Unternehmen. So können Kunden der Taxi-App, Fahrer nach dem Uber-Vorbild bewerten und einen Fahrer mit bestimmter Sternezahl buchen. Der große Unterschied zu Uber und Co. ist allerdings, dass bei taxi.eu die Taxi-Unternehmer weiterhin bei einer Taxizentrale angemeldet sind.

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