Dallgow-Döberitz

Sielmann Stiftung kauft weitere Fläche in der Schorfheide

279 Hektar zusätzlich für den Erhalt von Flora und Fauna

Dallgow-Döberitz.  Die Heinz Sielmann Stiftung hat 279 Hektar vom Land Brandenburg für den Naturschutz erworben. Die Fläche ist Teil des ehemaligen Truppenübungsplatzes Tangersdorfer Heide und liegt mit einem Anteil von 116 Hektar im Schutzgebiet „Kleine Schorfheide“, teilte die Stiftung am Montag in Dallgow-Döberitz mit. Der Vertrag war bereits am Donnerstag vergangener Woche, dem zehnten Todestag des Stifters, unterzeichnet worden. Die Stiftung zahlte für die Fläche 1,42 Millionen Euro.

Damit soll gemeinsam mit den Nachbarn – darunter der World Wide Fund for Nature (WWF), die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg und die Stadt Lychen – eine weitere große unzerschnittene Landschaft für den Naturschutz und die Artenvielfalt erhalten werden, hieß es. 116 Hektar der erworbenen Fläche stehen unter dem besonderen Schutz nach der EU-Richtlinie Fauna-Flora-Habitat.

Fast ausgestorbene Tierarten angesiedelt

Eine Besonderheit des Gebietes sei das „Totalreservat Milten“, die sogenannte Miltenrinne, ein ausgetrockneter Flusslauf. Außerdem umfasse die Fläche wertvolle Trocken-, Mager-, Borstgrasrasen- und Heideflächen, dazu Wald, Wasser und Feuchtwiesen. Auf dem ehemaligen Manövergelände der früheren Sowjetarmee hat die Heinz Sielmann Stiftung fast ausgestorbene Wildtierarten angesiedelt. So leben dort See- und Schreiadler, Wanderfalken, Neuntöter und Ziegenmelker. Auch Rotbauchunken, Steinbeißer und viele weitere seltene oder gefährdete Arten hätten dort ihren ungestörten Lebensraum, hieß es. Der Biber trage dazu bei, die Wiederbewaldung zu verlangsamen.

Die Sielmann Stiftung wird auf der Fläche einen Forstbetrieb einrichten. Vorab müsse aber die „Verkehrs- und Munitionssicherheit“ gewährleistet werden. Die Heinz Sielmann Stiftung betreut bereits in der Döberitzer Heide und in der Kyritz-Ruppiner Heide, dem ehemaligen Bombodrom, jeweils fast 4000 Hektar. Die finanziellen Mittel zur Herstellung der Verkehrssicherheit würden zu großen Teilen aus der Bewirtschaftung der Forstflächen bereitgestellt, hieß es.