Sommerzeit und Winterzeit

Deshalb gibt es die Zeitumstellung

Am 26. März ist es wieder soweit: Die Uhren werden auf die Sommerzeit umgestellt. Wir klären Sie über Sinn und Unsinn der Zeitumstellung auf.

Die einen haben sich inzwischen mit dem Drehen an der Uhr arrangiert, andere wiederum verlangen die Abschaffung des Prozederes

Die einen haben sich inzwischen mit dem Drehen an der Uhr arrangiert, andere wiederum verlangen die Abschaffung des Prozederes

Foto: picture alliance / dpa / dpa

Alle sechs Monate wird in Deutschland die Zeit umgestellt. Am letzten Sonntag im März, wird von der Winterzeit auf die Sommerzeit umgestellt und am letzten Sonntag des Oktobers, wird von Sommer- auf Winterzeit umgestellt. Zu Beginn der Sommerzeit wird die Uhr um eine Stunde, von zwei auf drei Uhr, vorgestellt und am Ende der Sommerzeit wird die Uhrzeit um eine Stunde, von drei auf zwei Uhr, zurück gestellt.

Eine Stunde Schlaf geschenkt

So werden die deutschen Uhren am 26. März 2017 nachts um 2 Uhr Winterzeit auf 3 Uhr Sommerzeit umgestellt. Wahrscheinlich wird es wieder viele geben, die sich über die geraubte Stunde nicht sonderlich freuen. Schließlich gleicht die Zeitumstellung einem Mini-Jetlag, sagt Hans-Günter Weeß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin und Leiter des Schlafzentrums des Pfalzklinikums in Klingenmünster.

In der Regel haben die Menschen sich nach ein bis zwei Tagen daran gewöhnt. Aber: "Gerade Ältere, Kinder oder Menschen mit Schlafstörungen tun sich mit der Umstellung schwerer." Bei ihnen kann die Umstellung bis zu einer Woche dauern.

Warum gibt es die Zeitumstellung überhaupt?

Erstmals wurde eine einheitliche Zeitumstellung im Jahr 1916 eingeführt. Gemeinsam mit Österreich-Ungarn erhofften sich das Deutsche Reich Energieeinsparungen während des ersten Weltkriegs.

Als die Kriegsgegner Frankreich und Großbritannien nachzogen und ebenfalls an den Uhren drehten, wurde die unbeliebte Zeitumstellung 1919 wieder abgeschafft. Erst 1940 führte Nazi-Deutschland die Sommerzeit wieder ein. Auch die Uhren in den besetzten Gebieten wurden mit Berlin synchronisiert.

Zeitumstellung um Energie zu sparen

Tageslicht zur Arbeit besser nutzen: Das galt vor allem nach dem Krieg. 1947 wurden die Uhren gar zwei Stunden vorgestellt, um mehr Tageslicht beim Wiederaufbau der Infrastruktur zu haben. Doch zur Gründung beider deutscher Staaten einigte sich sowohl der Osten wie auch der Westen darauf, die alljährliche Zeitumstellung zu beenden.

Auf dem Höhepunkt der Ölkrise im Jahr 1980 wurde die Zeitumstellung dann aus energiepolitischen Gründen in der Bundesrepublik dauerhaft eingeführt. Doch Fachleute zweifeln am Nutzen. Zur selben Zeit führte auch die DDR die Sommerzeit ein.

Seit 1996 werden die Uhren EU-weit am letzten Sonntag im März eine Stunde vor und am letzten Oktober-Sonntag wieder eine Stunde zurück gestellt. Die einen haben sich inzwischen mit dem Drehen an der Uhr arrangiert, andere wiederum verlangen die Abschaffung des Prozederes.

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