Königspaar in Berlin

Schwedische Royals besuchen Flüchtlingskinder in Neukölln

Das schwedische Königspaar hat auch Flüchtlingskinder in Berlin-Neukölln getroffen. Es war sogar Zeit zum Kuscheln mit Königin Silvia.

Royals ganz nah: Königin Silvia unterhält sich mit der sechsjährigen Fatima aus Syrien

Royals ganz nah: Königin Silvia unterhält sich mit der sechsjährigen Fatima aus Syrien

Foto: Reuters

In Berlin-Neukölln geht am Freitagnachmittag gar nichts mehr. Polizisten sperren die Lenaustraße ab, Radfahrer werden ausgebremst. „Wegen der Schweden“, sagt ein Polizist mit Blick auf dunkle Limousinen, die das schwedische Königspaar vor das Café „Refugio“ gefahren haben: Staatsbesuch im Wohnprojekt für Flüchtlinge aus Syrien, Somalia oder Afghanistan. Die sechsjährige Mnar aus Syrien hat sich zur Feier des Tages eine Papierkrone gebastelt - und der echten Königin Silvia ein Bild gemalt. Die gleichaltrige Fatima legt ganz unbefangen den Arm um den hohen Besuch aus Skandinavien.

Beim viertägigen Deutschlandbesuch wirkt der Abstecher nach Neukölln wie der volksnahste im dichtgetakteten Programm des Königspaars. „Die Flüchtlingsfrage und der Umgang mit Migration ist etwas, das Deutschland und Schweden verbindet“, sagt Königin Silvia. Und: „Neukölln ist keine einfache Gegend.“

Sie empfinde den Berlin-Besuch als „sehr intensiv“ und hätte sich noch mehr Zeit für Begegnungen mit Menschen gewünscht, ergänzt sie. „Die Stadt hat sich unheimlich entwickelt.“ König Carl XVI. Gustaf lobt den fortschreitenden Wiederaufbau des Berliner Schlosses. Das sei ein „fantastischer Bau“, der ihn ein wenig an das Stockholmer Schloss erinnere.

Nachhaltige Mode im Bikini

Der Tag hatte für das Königspaar im Theater Chamäleon bei jonglierenden Artisten mit Behinderungen begonnen. Danach eröffnete Königin Silvia im restaurierten Bikini-Haus eine Ausstellung zu nachhaltiger Mode. Vor ausgefallenem Kleidern in Würfel- oder Schuppendesign posierte sie im klassischen weißen Kostüm. Als Geschenk erhielt die Königin einen grünen Schal, der den schwedischen Wald symbolisieren soll - aus nachhaltiger Produktion. Der Gedanke gefiel ihr. Nur kaufen und wegwerfen - das liege ihr auch nicht, betonte Silvia. Sie behält den Schal den ganzen Tag über an.

In der Berliner Charité ging es später um digitale Technologie im Gesundheitswesen. Kein leichtes Unterfangen für Deutschlands größte Uni-Klinik, gelten die Schweden beim Thema E-Health doch als weltweit führend. Das telemedizinische Forschungsprojekt „Fontane“, bei dem die Charité deutschlandweit die medizinische Mitbetreuung von Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz übernimmt, beeindruckte Silvia und Carl XVI. Gustaf dennoch. Patienten und Therapeuten verständigen sich dabei über große Entfernungen hinweg via Mobilfunk und Internet.

Seinen letzten Abend in Berlin verbrachte das Königspaar in der eigenen Botschaft. „Zum Bummeln blieb gar keine Zeit“, bedauert Königin Silvia. Am Sonnabend reist das Paar am letzten Tag des Staatsbesuchs nach Wittenberg und Leipzig.