Tuifly

Ratlose Fluggäste im Terminal von Air Berlin in Tegel

Der Flugplan ist durcheinander. Kunden von Air Berlin reagieren verzweifelt aber auch geduldig auf Flugausfälle in Tegel.

Die kurzfristigen Krankmeldungen machen es Tuifly unmöglich, alle betroffenen Kunden frühzeitig zu informieren und ihnen alternative Reisemöglichkeiten anzubieten

Die kurzfristigen Krankmeldungen machen es Tuifly unmöglich, alle betroffenen Kunden frühzeitig zu informieren und ihnen alternative Reisemöglichkeiten anzubieten

Foto: dpa Picture-Alliance / Soeren Stache / picture alliance / dpa

Berlin.  24 der 99 Flüge von Tuifly sind am Mittwoch wegen massiver kurzfristiger Krankmeldungen von Piloten und Flugbegleitern ausgefallen. Betroffen waren mindestens fünf Flüge von Berlin nach Stuttgart, Nürnberg, Köln und München, die Tui­fly im Auftrag der Air Berlin fliegt. Auf anderen Strecken kam es teilweise zu mehrstündigen Verspätungen.

Flugausfälle der Tuifly sorgt für ratlose Kunden

Ratsuchende Menschen standen in Tegel vor den Anzeigetafeln und an den Ticket-Schaltern. „Wir haben immer wieder ergebnislos versucht, die Hotline anzurufen. Aber da läuft nur ein Band. Nach unserem Check-in wurde uns gesagt, dass der Flug nach Köln gestrichen wurde, dann auch der Ersatzflug. Was sollen wir jetzt machen?“, fragte Gisela Diederich, die zu einer Hochzeit ins Rheinland unterwegs war und sich Sorgen machte, dass sie auf den Kosten für ihre Hotelzimmer sitzen bleibt.

Ähnlich ging es einer Touristin aus Wien: Bereits dort wurde ihr Anschlussflug nach Berlin umgebucht. Hier angekommen erfuhr sie, dass auch der Ersatzflug ausfällt. „Jetzt will ich hier Schadensersatz geltend machen“, sagte sie und reihte sich in die Warteschlange ein. Nicht so schlimm erwischte es eine Reisegruppe, die nach Malaga fliegen wollte. Ihre Reise verzögerte sich um mehrere Stunden. Die Reiseleiterin versuchte, die Gruppe zu beruhigen.

„Die extrem kurzfristigen Krankmeldungen machen es Tuifly leider unmöglich, alle betroffenen Kunden frühzeitig zu informieren und ihnen alternative Reisemöglichkeiten anzubieten“, sagte ein Firmensprecher. Er riet Kunden, auf der ihrer Website nachzusehen oder 0800 900 6090 anzurufen. Es sei nicht möglich, Prognosen für künftige Flugausfälle zu machen.

Verdi: „Die Unruhe in der Belegschaft ist groß“

„Beschäftigte von Air Berlin machen sich Sorgen“, berichtet ein Taxifahrer. Gedrückte Stimmung auch vor der Firmenzentrale am Saatwinkler Damm: Beschäftigte, die vor der Türe eine Zigarettenpause einlegen, mögen nicht mit Reportern sprechen. „Die Unruhe in der Belegschaft ist groß“, heißt es bei der Gewerkschaft Verdi. Sie beklagt, im Unklaren zu stehen. „Wir haben nichts Konkretes in der Hand und stochern im Nebel“, heißt es. Deshalb gebe es auch keine Mahnwachen. „Wir wissen nicht, wogegen wir protestieren sollen.“

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