Ferienflieger

Air-Berlin-Flüge verspätet und gestrichen

Die Airline nutzt auch Flugzeuge von Tuifly, die unter Air-Berlin-Logo fliegen. Doch einige davon bleiben nun am Boden. Auch in Tegel.

Ein Flugzeug der Fluggesellschaft Air Berlin

Ein Flugzeug der Fluggesellschaft Air Berlin

Foto: Jannis Mattar / dpa

Die Ungewissheit um die Zukunft der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft Air Berlin zieht jetzt Fluggäste in Mitleidenschaft. In Tegel wurden am Montag acht Air Berlin Flüge gestrichen, die von seinem Partner Tui- fly durchgeführt werden sollten. Sie betrafen innerdeutsche Ziele und Ankünfte sowie eine Wiener Verbindung. Dadurch kam es auch zu Verspätungen. In Deutschland und Österreich waren insgesamt 21 Flüge betroffen.

Ursache seien Crew-Engpässe, so ein Tuifly-Sprecher. Die Zahl betroffener Passagiere nannte er nicht. Eine Air-Berlin-Sprecherin sagte der Berliner Morgenpost, man habe Passagiere nach Möglichkeit umgebucht oder alternative Reisemittel angeboten.

Zu den sogenannten Crew-Engpässen sei es gekommen, weil sich eine große Zahl von Mitarbeitern der Flugzeugbesatzungen krank gemeldet hatten, sagte Nicoley Baublies von der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation (UFO), Berufsverband und Gewerkschaft für die Kabinenbesatzungen in Deutschland. Die Mitarbeiter seien verängstigt angesichts bevorstehender Umstrukturierungen bei Tuifly. Von ihr hat Air Berlin Flugzeuge gemietet. Der Leasing-Vertrag umfasst die Maschinen, Wartung, Versicherung und Besatzungen. Diese fliegen die Tuifly-Maschinen mit dem Air Berlin-Logo am Leitwerk in Air Berlin-Uniformen. Ihr Geld bekommen sie aber von der Tuifly.

Abbau von 1200 Jobs

Die hoch verschuldete Air Berlin hatte am Donnerstag einen tiefgreifenden Umbau und den Abbau von 1200 Jobs angekündigt. Das bringt auch bei der Tuifly Veränderungen mit sich. Am Freitag war bekannt geworden, dass der Ferienflieger in eine neue Dachholding mit einer anderen Airline integriert werden soll. Bei der Fluggesellschaft handelt es sich um den Air-Berlin-Großaktionär Etihad. Laut UFO bangen Mitarbeiter jetzt um ihre Zukunft.

Die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg hatte Montagmittag erwogen, bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung die Betriebsgenehmigung für Montag um 30 Minuten zu verlängern. Mit einem Aufschub auf dann null Uhr hätte man versucht, alle von Verspätungen betroffenen Maschinen abzufertigen. Am Nachmittag signalisierte Air Berlin aber, man werde dies auch ohne Verlängerung schaffen.