Herbst in Berlin

So feiert Berlin die Einheit

Mehrere Festivals sorgen in Berlin nicht nur am langen Wochenende, sondern den ganzen Herbst über für Feierlaune.

In diesem Herbst werden Millionen Besucher in Berlin erwartet. Anlass sind diverse Festivals – vom Lichterfest bis zum Jazzfest. Einzelhändler erwarten hohe Einnahmen. Schon an diesem Wochenende sind Hunderttausende Menschen zum Tag der Deutschen Einheit in die Hauptstadt gekommen. In dieser und der kommenden Woche locken vor allem die zwei Lichtfestivals „Berlin leuchtet“ und das „Festival of Lights“. „Berlin ist voll“, sagt Burkhard Kieker von der Tourismusmarketinggesellschaft „Visit Berlin“, die Hotels seien gut gebucht. Er gehe davon aus, dass der Oktober ähnlich viele Besucher bringen werde, wie der bei Städtetrips traditionell starke Juli, in dem gut 1,2 Millionen Besucher mit mehr als drei Millionen Übernachtungen gezählt wurden. Im ersten Halbjahr 2016 verzeichnete Berlin rund 9,2 Millionen Gäste und 17,6 Millionen Übernachtungen.

"Die Leute brauchen einen Anlass"

„Allein die Lichterfestivals werden einige 100.000 Menschen mehr in die Stadt locken, als an einem normalen Wochenende kommen würden“, so Kieker. „Die Leute brauchen einen Anlass“, sagt er, „dann funktioniert die Werbung für Berlin am besten.“ Im Moment häufen sich die unterschiedlichsten Festivals. Deswegen erwarte man nicht nur einen besonders starken Andrang, sondern auch eine besonders interessante Mischung von Besuchern in der Stadt. Denn auch der Europäische Monat der Fotografie, Deutschlands größtes Fotofestival, das vom 1. bis 31. Oktober in Berlin stattfindet, zieht ein internationales Publikum an. In 130 Ausstellungen in 120 Institutionen wird ein breites Spektrum fotografischer Kunstwerke präsentiert.Berlins schönste Party-Bilder aus der Nacht in XXL

Berlin steht nicht nur für Kunst und Kultur – die innovative Foodlandschaft wird ebenfalls zunehmend zur Attraktion. Mittlerweile zieht auch sie Tausende Menschen an. Noch bis zum 3. Oktober können Besucher in Kreuzberg auf den Berliner Geschmack kommen. Die Markthalle Neun an der Eisenbahnstraße, die schon wegen ihrer Street Food Thursdays in den Reiseführern steht, ist zunehmend bei Touristen beliebt. So werden dort zu dem dreitägigen Festival „Stadt Land Food“ bis zu 100.000 Besucher erwartet. Auch beim zweiten Food-Festival rechnen die Veranstalter mit vielen Besuchern. Mindestens 15.000 kommen zum Späti-Deluxe der Berlin Food Week. Im Kraftwerk Berlin an der Köpenicker Straße präsentieren am Wochenende 60 Aussteller ihre Essenskreationen. Mit ähnlichen Zahlen rechnen die Macher der „Maker Faire“, dem „Festival für Inspiration, Kreativität und Innovation“ in der Station am Gleisdreieck, bei der es ums Selbermachen und Robotik geht.

Auch der Einzelhandel hofft auf steigende Umsätze

Die Festivals sind mittlerweile durch ihre hohen Besucherzahlen auch für andere Wirtschaftszweige relevant. Der Einzelhandel hofft auf steigende Umsätze. So werden am heutigen Sonntag 14 Shoppingcenter und das KaDeWe an der Tauentzienstraße ab 13 Uhr geöffnet sein. „Die Stadt ist super besucht“, sagte am Sonnabend auch Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg, der die Berliner Kaufleute vertritt. Etwa 40 Euro pro Kopf und Übernachtung ließen die Gäste in Berlins Geschäften, sagte Busch-Petersen und hofft auch in diesem Herbst auf gute Umsätze. Dabei ist der heutige 2. Oktober eigentlich gar kein regulärer verkaufsoffener Sonntag. Viele Geschäfte nutzen aber die rechtliche Möglichkeit, auch jenseits der offiziellen Termine zu öffnen. Zwei solche individuellen Öffnungen sind pro Jahr erlaubt.

Welch große Hoffnungen die Händler auf verkaufsoffene Sonntage an Festivaltagen setzen, zeigt auch das Wochenende in 14 Tagen. Denn dann wird es die nächste reguläre Sonntagsöffnung geben. Anlass ist der Abschluss der beiden Lichtfestivals am 16. Oktober. Zum Jazzfest im November, zu dem wieder Tausende Besucher erwartet werden, wird es die nächsten Sonntagsöffnungen geben.

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