Kay Nerstheimer

Berliner AfD-Politiker vor Ausschluss aus der Partei

Der neue Lichtenberger Abgeordnete Kay Nerstheimer sollte die AfD schon einmal verlassen und blieb. Doch jetzt wird es ernst für ihn.

Kay Nerstheimer hat bei der Abgeordnetenhauswahl am 18. September 2016 ein Direktmandat für die AfD gewonnen

Kay Nerstheimer hat bei der Abgeordnetenhauswahl am 18. September 2016 ein Direktmandat für die AfD gewonnen

Foto: dpa

Der umstrittene Berliner AfD-Politiker Kay Nerstheimer soll nun doch aus der Partei geworfen werden. Das bestätigte AfD-Sprecher Ronald Gläser am Freitag. „Die Vorwürfe sind bekannt“, sagte Gläser.

Nerstheimer hatte sein Abgeordnetenhausmandat in seinem Heimatbezirk Lichtenberg direkt gewonnen. Er war vor Jahren Mitglied der rechtsradikalen „German Defense League“ und soll sich mehrfach schwulen- und ausländerfeindlich geäußert haben. Moderate AfD-Abgeordnete fürchten, dass der 1964 geborene gelernte Maurer das Image der Partei beschädigen könnte.

Schon jetzt als fraktionsloser Abgeordneter im Parlament

Nach internen Diskussion hatte Nerstheimer zunächst seinen Verzicht auf die Fraktionsmitgliedschaft erklärt. Er wird dem Parlament als fraktions­loser Abgeordneter angehören. Anfang des Jahres sollte bereits über seinen Parteiausschluss verhandelt werden, doch der Antrag wurde nach dem Wechsel des Vorstandes nicht weiter verfolgt. In persönlichen Gesprächen habe sich Nerstheimer glaubwürdig von rechtsextremen Standpunkten distanziert, hieß es.

Jetzt erfolgte offenbar ein Umdenken – unter anderem auf Druck des Bundesverbandes. Das AfD-Bundesvorstandsmitglied Alice Weidel hatte der Partei einen Parteiausschluss des Lichtenbergers nahegelegt. „Solche Äußerungen passen nicht in die AfD“, sagte Weidel.

Nerstheimer bestritt die Vorwürfe. Er selbst wollte sich gegenüber der Berliner Morgenpost nicht zu den Vorwürfen äußern. Per E-Mail teilte er lediglich mit, er sei kein Rechtsradikaler, sondern „ein ganz normaler Bürger“ und „im Umgang mit den Medien noch sehr ungeübt“.

Die AfD war mit 14,1 Prozent der Stimmen in das Parlament eingezogen und stellt 24 Abgeordnete.