Platz 13. von 51

Tramverkehr in Berlin gefährlicher als in anderen Städten

Fußgänger sind unaufmerksam, Autofahrer passen nicht auf - Immer wieder kommt es in Berlin zu Unfällen mit Straßenbahnen.

In Berlin kommt es häufiger zu Verkehrsunfällen mit der Tram als in anderen Städten

In Berlin kommt es häufiger zu Verkehrsunfällen mit der Tram als in anderen Städten

Foto: Andrea Warnecke / picture alliance / dpa Themendie

Der Straßenbahnverkehr in Berlin ist im Vergleich zu anderen Städten eher gefährlich. In einer Auswertung aller Straßenbahnunfälle in Deutschland zwischen 2009 und 2011 belegt Berlin bei der Zahl der Verletzten und Toten den 13. von 51 Plätzen. Das geht aus einer Auswertung der bundesweiten Unfalldaten durch die Unfallforschung der Versicherer (UDV) hervor.

In Berlin wurden in dem Zeitraum durch Tram-Unfälle 90 Menschen getötet oder schwer verletzt. Bezogen auf das Streckennetz von 192 Kilometern ergibt das einen Wert von 0,47 pro Streckenkilometer und 0,26 pro 10.000 Einwohner. In den ausgewerteten drei Jahren gab es in ganz Deutschland 4099 Straßenbahnunfälle mit einem sogenannten Personenschaden. 100 Menschen starben, 1004 wurden schwer, 4467 leicht verletzt.

Besonders gefährlich sind Kreuzungen

In ganz Deutschland waren etwa 75 Prozent der getöteten Verkehrsteilnehmer Fußgänger, 16 Prozent Radfahrer. Auch bei den Schwerverletzten liegen die Fußgänger vorn, gefolgt von Autoinsassen. Besonders gefährlich ist es der Studie zufolge für Fußgänger an Kreuzungen und dort, wo die Trams in der Mitte der Straße fahren.

Radfahrer von Straßenbahn erfasst und schwer verletzt

Schuld an den meisten Unfällen sind Autofahrer, die der Straßenbahn die Vorfahrt nehmen. Sicherer ist es, wenn die Straßenbahnen seitlich von den Autos fahren. Die Unfallforscher forderten, Kreuzungen übersichtlicher zu gestalten und die Gleise besser zu kennzeichnen. Straßenbahnen könnten auch mit Radar ausgerüstet werden, um automatisch Alarm und eine Bremsung auszulösen.

Karlsruhe hat das schlechteste Ergebnis

Die schlechteste Stadt in dem Ranking ist Karlsruhe mit dem Wert 0,9 bei der Anzahl der getöteten und schwer verletzten Menschen pro Streckenkilometer. Von 2009 bis 2011 gab es dort 192 Straßenbahnunfälle, bei denen 3 Menschen starben, 59 schwer und 234 leicht verletzt wurden.

Es folgt Freiburg (0,72), wo bei 75 Unfällen 3 Menschen starben, 20 schwer und 70 leicht verletzt wurden. Auf dem dritten Platz liegt Köln (0,68) mit 98 Toten und Schwerverletzten. In Halberstadt (Sachsen-Anhalt) und Brandenburg/Havel gab es in dem Zeitraum jeweils nur drei Unfälle; getötet oder schwer verletzt wurde niemand. Die Studie wurde erst jetzt veröffentlicht, weil man sich Zeit für die detaillierte Unfallforschung genommen habe, hieß es.