Berlin

So teuer werden BVG und S-Bahn ab 2017

Gelegenheitsfahrer und Pendler aus dem Umland zahlen künftig mehr, Familien werden verschont. Dennoch gibt es Kritik.

Bei der BVG steigen die Ticketpreise

Bei der BVG steigen die Ticketpreise

Foto: Lukas Schulze / picture alliance / dpa

Nun ist es amtlich: Bus- und Bahnfahren in Berlin wird teurer. Am Donnerstag beschloss der Aufsichtsrat des Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) die neuen Ticketpreise. Sie gelten ab dem kommenden Jahr für die Kunden von Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) und S-Bahn.

Innerhalb des Tarifgebiets AB bleiben die Preise weitestgehend stabil. Allein ein Einzelfahrschein verteuert sich um zehn Cent auf 2,80 Euro. Die besonders bei Berlinern beliebte Vier-Fahrten-Karte kostet weiterhin neun Euro, sprich 2,25 Euro pro Fahrt. Auch die Monats- und Jahreskarten im Tarifgebiet AB werden nicht teurer, egal, ob im Abo oder nicht. Ebenfalls keine Erhöhung gibt es bei den Fahrradtarifen.

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Pendler aus dem Umland zahlen hingegen drauf. Der Einzelfahrschein ABC kostet ab Januar 3,40 statt 3,30 Euro. Gleiches gilt für die Monatskarte ABC, die sich um 60 Cent auf 100,50 Euro verteuert. Eine vergleichsweise geringe Erhöhung, allerdings wird damit erstmals die „magische“ 100-Euro-Grenze überschritten. Der Preis für die Jahreskarte steigt um sechs Euro auf 976 Euro.

Im Gegenzug versucht der VBB, Familien mit Kindern entgegenzukommen. Die geplante Abschaffung des Geschwistertickets ist vom Tisch, es kostet weiterhin 18 Euro im Monat. Zudem können bei Tageskarten künftig bis zu drei Kinder umsonst mitgenommen werden, wobei eine Person älter als 14 sein muss.

„Man kann die Preise nicht unendlich steigern“

Zum dritten Mal berechnet der VBB die neuen Tarife anhand eines Indexes. Er setzt sich zu 83 Prozent aus der Inflationsrate sowie zu jeweils 8,5 Prozent aus den Kraftstoff- und Strompreisen zusammen. Weil dabei die letzten fünf Jahre berücksichtigt werden, kommt die aktuell niedrige Inflationsrate weniger stark zur Geltung.

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Im Vergleich zur letzten Preisanhebung (1,84 Prozent) fällt der Index mit 0,56 Prozent dieses Mal zwar moderater aus, es ist sogar die niedrigste Anpassungsrate, die der VBB bislang vorgenommen hat. Das gilt allerdings nicht für das Tarifgebiet Potsdam AB, wo die Preise um durchschnittlich vier Prozent stiegen.

Angst vor der Entscheidung - der Kommentar

„Niemand wird übermäßig zur Kasse gebeten“, sagte VBB-Chefin Susanne Henckel. Dennoch ist die Kritik groß. „Eine Preiserhöhung, die das Pendeln aus dem Umland unattraktiver macht, stärkt das Auto“, sagte der Grünen-Abgeordnete Stefan Gelbhaar. Der Index sei kein geeignetes Instrument, da er nicht genügend Faktoren berücksichtige. Dazu müssten auch das Einkommen der Berliner oder Umweltaspekte gehören. Und: „Man kann die Preise nicht unendlich steigern.“ In den Koalitionsgesprächen zwischen SPD, Linken und Grünen werden die Fahrpreise ein wesentlicher Punkt sein.

Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

  • Einzelfahrausweise in folgenden Tarifzonen werden 10 Cent teurer: Berlin AB 2,80 Euro, Berlin BC 3,10 Euro, Berlin ABC 3,40 Euro, Brandenburg/Havel AB 1,70 Euro, Frankfurt (Oder) AB 1,70 Euro, Cottbus AB 1,70 Euro.
  • Der Preis für Potsdam AB steigt um 20 Cent auf 2,10 Euro.
  • Die VBB-Monatskarte AB kostet nach wie vor 81 Euro. In Frankfurt (Oder), Brandenburg/Havel und Cottbus sind für die Monatskarte der Zone AB jeweils 39,90 Euro zu zahlen.
  • Neu im Angebot sind Vier-Fahrten-Karten für die Tarifbereiche Berlin BC und ABC, Potsdam AB (auch Kurzstrecken-Variante), Frankfurt AB, Brandenburg/Havel AB. Tageskarten-Käufer in Berlin und Potsdam können ab 1. Januar bis zu drei Kinder bis einschließlich 14 Jahren mitnehmen.

Alle Tarifanpassungen auf der Seite des VBB.