Westend

Streit um Millionen-Zuschuss für Privatschule

Die Träger der Schele-Schule in Westend soll falsche Zahlen gemeldet haben. Das Land fordert jetzt Fördermittel zurück.

Die Lehrer, Eltern und Schüler der privaten Schele-Schule in Westend sind verunsichert. In der vergangenen Woche hatte es zwei Tage lang nur einen Notbetrieb an der Grundschule gegeben. Der Schulträger Burkhard Troost von Schele hatte die Protestaktion damit begründet, dass die Senatsverwaltung für Bildung staatliche Zuschüsse in Höhe von 200.000 Euro zurückbehalte. Inzwischen wurde der Unterricht auf Wunsch der Eltern für die 136 Schüler wieder aufgenommen, doch der Streit um die Zuschüsse ist damit trotzdem noch nicht gelöst.

Hintergrund für die finanziellen Schwierigkeiten der Schule sind die Rückforderungen des Landes Berlin, die damit begründet werden, dass der Träger mehr Schüler gemeldet hätte, als tatsächlich an der Schule lernten. Zudem seien nötige Angaben zur Einnahmesituation des Trägers unterlassen worden. „Dadurch sind dem Land Berlin erhebliche Schäden in Millionenhöhe entstanden“, sagte Beate Stoffers, Sprecherin der Bildungsverwaltung.

Gegen die Rückforderungen der Senatsverwaltung und die Verrechnung mit den laufenden Zuschüssen habe der Schulträger mehrfach Klage beim Verwaltungsgericht eingelegt. Die bisher verhandelten Verfahren seien aber zu Gunsten der Bildungsverwaltung entschieden worden, heißt es in der Stellungnahme.

Der Träger Burkhard Troost von Schele bezeichnet die Behauptung, er habe falsche Zahlen weitergegeben, als unwahr. Er wirft der Verwaltung in einem Brief an Staatssekretär Mark Rackles (SPD) vor, die „Vernichtung der Schele-Schule dabei billigend in Kauf zu nehmen“. Nun hat sich Burkhard Troost von Schele an die Senatskanzlei gewandt mit der Bitte an den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD), für eine zügige Lösung des Konflikts eine Entscheidung zur weiteren Zahlung der Zuschüsse zu treffen.

„Viele Eltern haben Angst um den Schulplatz ihrer Kinder“, sagte die Gesamtelternvertreterin Marie Harth der Berliner Morgenpost. Einige seien angesichts der Unsicherheit bereits an andere Schulen gewechselt. Es sei wichtig für die Kinder, hier schnell Klarheit zu bekommen. Insgesamt seien die Eltern zufrieden mit der Schule. In der kleinen Grundschule herrsche ein eher familiäres Miteinander. Gerade wegen der intensiven Betreuung in den kleinen Klassen würden die meisten Eltern die Schule wählen. Sie zahle für ihren Sohn dafür ein Schulgeld in Höhe von 580 Euro monatlich.

„Für uns stehen die Kinder im Mittelpunkt“, sagte Beate Stoffers von der Bildungsverwaltung. „Wir werden, soweit erforderlich, Schulplätze anbieten oder an einer anderweitigen Lösung mitarbeiten, gegebenenfalls auch an einem kurzfristigen Trägerwechsel“, so die Sprecherin.

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