Le Cristal

Elektrisches Bus-Shuttle für den letzten Kilometer

Ein französische Hersteller hat im „Maison de France“ ein zukunftsweisendes Verkehrsmittel präsentiert, das sich Fahrgäste teilen können.

Die französische Lohr-Gruppe stellte in Berlin den Elektro-Kleinbus "LeCristal" vor. Er bietet Platz für fünf Fahrgäste, hat eine Reichweite von 150 Kilometern und ist bis zu 70 Stundenkilometer schnell. Bis zu vier dieser Busse lassen sich bei Bedarf aneinanderkoppeln. Der Bus soll ab 2017 zunächst in Straßburg eingesetzt werden.

Die französische Lohr-Gruppe stellte in Berlin den Elektro-Kleinbus "LeCristal" vor. Er bietet Platz für fünf Fahrgäste, hat eine Reichweite von 150 Kilometern und ist bis zu 70 Stundenkilometer schnell. Bis zu vier dieser Busse lassen sich bei Bedarf aneinanderkoppeln. Der Bus soll ab 2017 zunächst in Straßburg eingesetzt werden.

Foto: Jürgen Stüber / BM

Für Gernot Lobenberg, den Leiter der Berliner Agentur für Elektromobilität (Emo), kam die Präsentation des neuen Elektro-Kleinbusses im Charlottenburger Maison de France gerade recht: "Wir wollen hier am Kurfürstendamm ein Testfeld für intelligente Mobilität einrichten", sagte er und zeigte auf den Boulevard. "Wir müssen die Zahl der in der Stadt parkenden Autos reduzieren und die der fahrenden erhöhen." Lobenberg will das in naher Zukunft durch Car-Sharing und in der ferneren Zukunft durch selbstfahrende Autos erreichen.

Bus soll Innenstädte entlasten

Car-Sharing ist auch das Konzept des am Montag präsentierten vollelektrischen Shuttle-Busses "Le Cristal" der französischen Lohr-Gruppe. 3,90 Meter lang und 2,50 Meter hoch ist das Fahrzeug, das fünf Personen barrierefrei transportieren kann. Damit ist es kleiner als ein Mittelklase-Pkw. Es ist gedacht für den letzten Kilometer zwischen der Endstation des öffentlichen Nahverkehrs und dem Zuhause oder Arbeitsplatz des Nutzers.

Als Verkehrsmittel, das sich Menschen teilen, sollen das Shuttle zur Entlastung der Innenstädte von Verkehr, Lärm und Abgasen beitragen. Bis zu vier dieser knubbeligen Transporter lassen sich aneinander koppeln und von nur einem Fahrer mit entsprechender Lizenz steuern. Die bis zu 70 Kilometer schnellen Busse haben eine Reichweite von 150 Kilometern.

Hauptstadt der Elektromobilität

Dass die französische Lohr-Gruppe ihren Bus, der nächstes Jahr in Straßburg (Frankreich) im Liniendienst fahren soll, in Berlin präsentiert, ist kein Zufall. Berlin gilt als die Hauptstadt der Elektromobilität. "Wir haben in der Stadt 100 Projekte", sagt Lobenberg stolz. Dazu gehören nicht nur die vier Elektrobusse der BVG, sondern auch Projekte, in denen gemeinsam mit der Berliner Stadtreinigung (BSR) Assistenzsysteme für Müllfahrzeuge entwickelt werden, wie man sie bereits für Pkw kennt. "Wir arbeiten daran, unfallträchtige Rückwärtsfahrten zu automatisieren", sagte Lobenberg.

Überhaupt seien 95 Prozent aller Verkehrsunfälle auf menschliches Versagen zurückzuführen, warb er für eine Automatisierung des Straßenverkehrs. Dazu laufen auf dem Euref-Campus am Schöneberger Gasometer einige Projekte. Unter anderem arbeitet dort das US-Unternehmen Local Motors an einem fahrerlosen Kleinbus, der später einmal auf einer Shuttle-Linie zwischen dem Campus und dem Bahnhof Südkreuz fahren soll.

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